Der Deutsche Orden

Deutscher OrdenDer Deutsche Orden wurde während des 3. Kreuzzuges bei der Belagerung von Akkon durch die Kreuzritter 1190 gegründet. Ursprünglich war er eine Hospitalervereinigung von Lübecker und Bremer Kaufleuten. 1198 wurde er in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt. Nach der Eroberung Akkons durch die Christen war die Stadt der Hochmeistersitz des Ordens. Nach der Eroberung Akkons durch die Muslime wurde der Sitz nach Venedig und schlussendlich nach Marienburg verlegt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ritterorden versuchen der Deutsche Orden nicht, seine Macht im Heiligen Land auszuweiten, sondern konzentrierte sich auf europäische Ländereien, wie Preußen und Ungarn.

Unter dem Hochmeister Hermann von Salza (1210-1239) unterstütze er den ungarischen König Andreas II. gegen die Kumanen im heutigen Rumänien, wo der Orden ungarisches Lehen besaß. Wenig später rief Herzog Konrad von Masowien die Ritter gegen die heidnischen Preußen zu Hilfe. Im selben Jahr (1226) ermächtigte Kaiser Friedrich der II. den Deutschen Orden durch die Goldene Bulle von Rimini zu eigener Herrschaft in Preußen. 1280 vollendete der Orden die Eroberung Preußens und begann sich als Kreuzritterstaat in Europa zu etablieren.

Die Macht des Ordens wuchs noch weiter an, als er sich 1237 mit dem Schwertbrüderorden vereinte und damit in Livland und Kurland Fuß fasste.

Trotz der Niederlage gegen das Fürstentum Nowgorod auf dem Eis des Peipussees expandierte der Orden weiter (wenn auch nicht gegen das siegreiche Fürstentum) und eroberte Estland, Gotland und 1402 die Neumark.

Nachdem der Orden seine größte Ausdehnung erreicht hatte, kam es immer mehr zu Differenzen mit dem ehemals Verbündeten Polen. 1410 verlor der Deutsche Orden in der Schlacht gegen das, nun vereinte, Königreich Polen-Litauen und verlor trotz Reformierungsversuch durch Hochmeister Heinrich von Plauen zunehmend an Macht. Immer mehr Städte lehnten sich gegen den Orden auf und mit dem Rückhalt Polens vereinten sich die Feinde des Ordens im Preußischen Bund.

Von nun an ging es bergab, in 13 Kriegsjahren verlor der Orden weite Teile seiner Ländereien und der nördliche Teil wurde in ein protestantisches Erbherzogtum umgewandelt. Der katholisch gebliebene Teil bestand im Süden und Westen Deutschlands weiter.

Napoleon I. löste den Orden 1809 faktisch auf, trotzdem lebte er in Österreich weiter und wurde von Franz I. wiederhergestellt.

Als Hospitalerorden besteht er noch in unserer Zeit und hat sogar bereits im Internet Fuß gefasst (www.deutscher-orden.at)

 2. Juni 2009

Hauptquelle: Der Brockhaus Geschichte


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