Tiere als Waffe - die namenlosen Opfer des Krieges

Seit der Mensch Krieg führt nutzt er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel, um sich einen Vorteil zu verschaffen. So kam es, dass der Mensch bald auch damit begann, neben Waffen aus allerlei Materialien, auch Tiere im Krieg einzusetzen. Als Boten, Transportmittel und Kampfgefährten war ihr Einsatzgebiet vielfältig und ihr Nutzen oft kriegsentscheidend. Doch mit ihrem steigenden Nutzen gelangten sie auch immer mehr ins Visier der Feinde, unzählige tierische Opfer waren die Folge.

 

Zugpferde im Einsatz

Die wohl bedeutendsten Tiere im Krieg waren zweifelsohne die Pferde und Maultiere. Ausdauernde Reitpferde waren nötig, um so schnell wie möglich Befehle zu übermitteln; Maultiere und Esel bildeten den für das Heer überlebenswichtigen Versorgungstross und schleppten Massen an Verpflegung und Munition herbei, und schlussendlich die Schlachtrösser, die unter strengstem Drill ihrem Herren sogar bis in den Tod folgten.

 

Durch ihren ständigen Einsatz und ihre Schlüsselrolle in so mancher Schlacht wurden diese Tiere auch am häufigsten Opfer des Krieges, allein im ersten Weltkrieg sollen auf britischer Seite 8 Millionen Pferde ihr Leben gelassen haben.

 

Exakte Zahlen über den Verlust tierischer Helfer lassen sich im Krieg kaum treffen, denn es war zumeist schon schwierig, die eigenen (menschlichen) Verluste abzuschätzen, umso schwieriger gestaltete es sich, den Verlust an Tieren zu erfassen. Doch dürfte diese Zahl enorm sein, denn es brauchte nicht viel taktische Finesse, um herauszufinden, dass es zumeist leichter war das Pferd, anstelle seines Reiters, auszuschalten. Zumal das Pferd sich kaum verteidigen konnte, schwächer gepanzert und auch noch größer als sein Reiter war. Speziell für mittelalterliche Ritter, aber auch jegliche andere Reiter, bedeutete der Verlust des Reittiers häufig auch den eigenen Tod. Obwohl es verpönt war, die Attacken speziell gegen das Reittier zu richten, war es dennoch eine weit einfachere Möglichkeit, denn ein am Boden liegender Ritter war dem Tod geweiht.

 

Neben den Pferden gab es natürlich noch zahlreiche andere Tiere, die ihren Teil zum Krieg beitrugen. Immer wieder wurden im Altertum ElefantenKriegselefanten als Waffen gebraucht. Ihre gewaltige Erscheinung hatte auf dem Schlachtfeld vor allem einen psychologischen Effekt. Waren Truppen den Anblick von Elefanten nicht gewohnt, sowie zum Beispiel die Römer gegen Hannibal, konnte solch ein anstürmendes „Monstrum“ leicht die Ordnung des feindlichen Heeres auflösen. Trotz ihrer gewaltigen Erscheinung ist die militärische Rentabilität von Kriegselefanten fraglich, da sie große Ziele gegen Beschuss darstellen und, wenn sie einmal  in Panik geraten sind, schnell zur Bedrohung für die eigenen Truppen werden können.

 

Häufig wurden auch Tiere gegen Tiere eingesetzt, so soll es zum Beispiel im Altertum Kampfhundverbände gegeben haben, die gegen Pferde feindlicher Kavallerie vorgingen, einige Quellen behaupten sogar, dass brennende Schweine gegen Kriegselefanten verwendet wurden, da ihre Angstschreie die Elefanten in die Flucht schlugen. Es gab aber auch weit weniger skurrile Tier/Tier Kämpfe, so wurden verschiedene Greifvögel zum Abfangen von Brieftauben verwendet, oder man machte sich die natürliche Scheu von Pferden vor Kamelen zu nutzen.

 

Im Laufe der Geschichte war der Mensch sehr experimentierfreudig, was den Einsatz von Tieren im Krieg betraf. Häufig endeten diese Experimente für die betroffenen Tiere tödlich. So zum Beispiel die russischen Minenhunde, die darauf trainiert wurden, unter feindlichen Panzern nach Futter zu suchen; Ein Sprengsatz am Rücken nahm ihnen dabei jegliche Überlebenschance.

 

Auch heute noch werden Tiere im Krieg eingesetzt, nicht nur in unwirtlichem Gelände, wo Rebellen ihre Vorräte mit Maultieren transportieren, sondern auch in modernen Armeen des amerikanischen oder russischen Militärs. So werden Delphine und Roben genutzt um feindlichen Tauchern das Leben schwer zu machen, Minen zu finden, oder sogar Sabotage am Feind zu verrichten.

 

Quellen:

 

www.jumper-von-wulfen.de
www.animal-rights.de
freenet-homepage.de


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