Saladin (1138 - 1193)

 

Saladin, dessen voller Name mitsamt Titeln "Sultan al-Malik al-Nasir Salah ed-Din Yusuf ibn Aijub" lautet, war der Sohn Aijubs, eines sunnitischen Kurden. Schon sein Vater hatte unter Nur-ed-Din, dem Emir von Aleppo, gedient und für diesen Damaskus erobert. 1169 trat Saladin in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Anführer der Truppen Nur-ed-Dins, von dem er nach Ägypten gesandt wurde.

 

Doch schon bald zeichnete sich der Bruch zwischen Saladin und seinem Herren ab. Allerdings starb Nur-ed-Din gerade als er gegen seinen ehemaligen Heerführer zu rüsten begann. Nur-ed-Dins Sohn übernahm nach dessen Tod die Herrschaft, doch er konnte die Machtübernahme Saladins nicht mehr verhindern. Dieser zwang ihn nach und nach, ihm seine Ländereien zu übergeben, bis das gesamte Reich unter Saladins Herrschaft vereint war. 

 

Nachdem die Einigung vollbracht war, machte er sich daran, die europäischen Kreuzfahrer aus dem "Heiligen Land" zu vertreiben. Saladin schlug das vereinte Kreuzfahrerheer von Jerusalem und Tripolis in der Schlacht bei Hattin, was ihm schließlich am 2. Oktober 1187 die Eroberung Jerusalems ermöglichte und große Teile des Kreuzfahrergebietes sicherte. Erst der dritte Kreuzzug konnte verhindern, dass Saladin die Kreuzfahrerstaaten vollends auflöste.

 

Philipp der II. von Frankreich und Richard (I.) Löwenherz gelang es, Saladin einige Niederlagen zuzufügen und ihm unter anderem die Stadt Akkon zu entreißen. Dennoch behielt Saladin im Waffenstillstand, der 1192 geschlossen wurde, Jerusalem. Pilgern wurde jedoch der Zugang zur Stadt gewährt.

 

Sein Verhältnis zu den Ordensrittern war dennoch, oder gerade deswegen, von Härte geprägt. So soll er gesagt haben, dass er die Erde von allen Ordensrittern reinigen wolle, die niemals von ihrere Feindschaft ablassen würden. Auch die religiöse Toleranz die man ihm oft nachsagt, wird von einigen Wissenschaftlern bezweifelt. So dürfte er auch laut dem "Internationalen Templer Lexikon" (das mir als Grundlage für diesen Artikel diente) ein

 

"fanatischer sunnitischer Muslim gewesen sein, der mit gleicher Härte gegen Christen und Schiiten kämpfte. Sein Ziel war die Wiederherstellung des islamischen Weltreichs unter seiner Führung".

 

Saladin starb im Alter von 55 Jahren; körperliche Schwäche, Fieberanfälle und das Nachholen zweier versäumter Fastenmonate kosteten ihm vermutlich das Leben, sein Grab befindet sich in Damaskus.

 

Ob er nun religiös tolerant oder ein muslimischer Fanatiker war, sein taktisches Genie bleibt unbestritten, er war zweifelsohne einer der prägendsten Muslime der Kreuzzüge.

 

 19. Mai 2009


Kommentare

Please login to post comments or replies.