Die Ermordung des Albrecht von Wallenstein

 

 

Tod Gustav Adolfs in der Schlacht von LützenNach der Schlacht bei Lützen 1632, befand sich Wallenstein am Höhepunkt seiner Macht, zwar hatte er eine knappe Niederlage hinnehmen müssen, doch mit dem Tod Gustav II. Adolfs war er seinem Ruf als "Retter der Monarchie" erneut gerecht geworden. Er besaß als siegreicher Feldherr, Industrieller und Herr von Friedland gewaltigen politischen Einfluss.

 

Doch dieser Einfluss rief Neider auf den Plan und schürte die Angst, er könne die Macht im Reich an sich reißen.

 

Wallenstein selbst scheint allerdings nach 15 Jahren Krieg das Verlangen nach Friede zu erfüllen. Als Gustav Adolf II. nach der Schlacht von Breitenfeld drohte das gesamte Heilige Römische Reich zu verwüsten, hatte man Wallenstein mit zahlreichen Vollmachten ausgestattet und ihn gegen den Schweden in den Kampf geschickt. Zu dieser Zeit waren diese Vollmachten notwendig um ihm einerseits volle Befehlsgewalt über das Heer zu ermöglichen, andererseits, um ihn nach der unehrenhaften Entlassung wieder zu gewinnen.

 

 Wallenstein als Diplomat

Nach der Schlacht bei Lützen allerdings, als Wallenstein seinen Zweck erfüllt hatte, sorgten diese Vollmachten für Probleme. Denn diese ermöglichten es ihm auch, auf eigene Initiative hin mit dem Feind zu verhandeln. Dies machte sich Wallenstein nun zu nutze, und nahm nach 15 Jahren Krieg, Verhandlungen mit den Feinden des Reiches auf.

 

Über die Motive für diese Verhandlungen kann man heute nur spekulieren, da von Wallenstein selbst kein Schriftstück erhalten ist. Vermutlich hat er eingesehen, dass der Krieg mit militärischer Gewalt nicht mehr zu gewinnen war. Seine Skeptiker hingegen werfen ihm vor, mit dem Feind gegen das Reich arbeiten zu wollen. Zu seinen erbittertesten Gegnern zählen hierbei die Jesuiten die ihm Vorwerfen "den Krieg zu vernachlässigen um dem törichten Gespinst eines Friedens nachzujagen".

 

 

 Der Bruch mit dem Kaiser

 

Öl gießt Wallenstein noch ins Feuer, als der Kaiser ihm befiehlt einen Winterfeldzug gegen die Schweden zu führen. Doch Wallenstein bangte um sein Heer,im Winter Krieg zu führen war an sich schon ein Tabu, doch bei der katastrophalen Wirtschaftslage auf beiden Seiten schien solch ein Feldzug gänzlich unmöglich.

 

So widersetzte sich Wallenstein dem Kaiser und führte seine Truppen gegen dessen Befehl in die Winterquartiere. Wallensteins Feinde sahen sich bestätigt und fürchteten eine Rebellion. Doch Wallenstein lies es auf diese Kraftprobe mit dem Kaiser ankommen, er lies seine Generäle am 13. Januar 1634 das sogenannte "Pilsener Rever" unterschreiben. Es besagt dass seine Soldaten somit nur noch seinem persönlichen Befehl unterstehen. Das kam einer Kriegserklärung gleich, denn mit diesem Vertrag entzog er seine Truppen vollends der Autorität des Kaisers.

 

Doch nicht nur in Wien wuchs die Unruhe, seine eigenen Soldaten begannen an seiner Führung zu zweifeln. Ocatavio Piccolomini, Kommandant der Leibgarde und enger Vertrauter Wallensteins wechselte die Seite. Mit einigen Kürassieren sandte er einen Brief nach Wien in dem er seine Besorgnis bezüglich Wallenstein zum Ausdruck brachte. Er vermutete die wahren Ziele Wallensteins zu kennen, er behauptet Wallenstein wolle die Macht in Böhmen an sich reisen. Er sollte mit den Feinden Frieden schließen um sich als "König von Böhmen" gegen den Kaiser aufzulehnen.

 

 

 Gesundheitlicher Niedergang

 

Neben seinem politischen Niedergang verschlechterte sich auch der gesundheitliche Zustand des Feldherren zusehendes. Es ist überliefert dass er an starken Schmerzen und Gicht litt und auch einige weitere Indizien sprechen aus heutiger Sicht für eine schwere Erkrankung. 

 

Einige Forscher vermuten das Wallenstein an Syphilis litt, dies würde die Gicht und die Schmerzen erklären. Heute weis man relativ wenig über die Spätfolgen dieser Krankheit, da sie sehr gut behandelt werden kann, doch schließen Forscher auch eine damit verbundene Störung des Nervensystems nicht aus. Bei seinen Friedensverhandlungen soll der Herr von Friedland allen möglichen Parteien gegensätzliche Versprechungen gemacht haben, viele zweifelten an seinen Worten und wussten nicht wie weit man auf sie Zählen konnte. Seine Entscheidung, sich letztendlich mit dem Kaiser selbst anzulegen, kann ebenfalls von einer Erkrankung herrühren, da auch Größenwahn unter Umständen durch Syphilis bedingt sein kann. 

 

Unterschriften von Wallenstein - aus der Phoenix DokumentationVergleiche von Unterschriften Wallensteins aus verschiedenen Abschnitten seines Lebens deuten ebenfalls auf eine Persönlichkeitsstörung hin. Von der anfangs schönen, zierlichen Unterschrift blieb letztendlich nur noch ein unleserliches Gekrakel übrig, das seinen schlechten Zustand wiederspiegeln könnte.

 

Wie weit nun die Krankheit seine Persönlichkeit geprägt hat lässt sich nicht eindeutig klären, dass sie daran allerdings vermutlich nicht ganz unbeteiligt war beweisen Untersuchungen an den Knochen, die zumindest die Existenz der Krankheit und der damit verbundenen Schmerzen bestätigen.

 

Wallenstein schien somit für viele Machthaber dieser Zeit als Vertragspartner nicht mehr zurechnungsfähig zu sein. Er schien kaum einen klaren Plan verfolgen zu können und litt unter schweren Schmerzen. 

 

 

 Politische Niederlage & Ermordung

 

Kaiser Ferdinand II. beschloss, nach den Besorgnis erregenden Ereignissen, Krisensitzungen einzuberufen und erklärte in diesen Wallenstein zum "Reichsrebellen". Man beschuldigte ihn der Maineidigkeit und warf ihm vor den Sturz des Kaisers zu planen, für die Beteiligten stand also fest: Er musste unschädlich gemacht werden.

 

Vorerst hielt man diese Entscheidung geheim, da man zuerst Wallensteins Truppen für den Kaiser gewinnen wollte. So schickte man Kuriere in die Feldlager um eine Verschwörung anzuzetteln.

 

Man rechnete am Hof damals vermutlich sogar mit einem militärischen Aufeinandertreffen der Truppen Wallensteins und der Kaiserlichen, doch es kam anders; Bald schon verweigerten die Truppen dem Feldherren den Gehorsam, die Pläne des Kaisers waren aufgegangen.

 

Als Wallensteins sehr spät die Aussichtslosigkeit seiner Lage erkannte beschloss er mit seinen letzten Getreuen nach Sachsen zu fliehen. Er wollte bei den Feinden des Kaisers Schutz suchen und sandte einen Kurier an die Schweden um die Fahne zu wechseln. Doch niemand traute ihm mehr und das böhmische Eder wurde zur letzten Station des von Schmerzen gepeinigten Feldherrn. 

 

Zunächst wurden die engsten Vertrauten Wallensteins vom Stadtherren auf die Burg eingeladen. Doch das angebliche Bankett erwies sich als Falle und keiner der Männer konnte den Mördern entgehen.

 

Als nun Wallenstein ohne Vertraute und ohne Schutz leicht angreifbar war, machten sich einige Soldaten unter der Führung des Kommandanten Deveroux, noch am selben Abend auf, den "Reichsrebellen" endgültig zu beseitigen.

 

Zu später Stunde, am 25. Februar 1634, stand Wallenstein am Fenster. Als die Mörder das Haus umstellten und sein Zimmer erstürmen haucht er noch "Quartier", die bitte des Soldaten um Gnade in der Schlacht, doch der Stoß der Partisane, angeblich von Deveroux selbst geführt, trifft ihn in der Brust und raubt ihm das Leben.

 

 

Anonymer KupferstichMordnacht von EgerFederzeichnung eines (angeblichen) anonymen Augenzeugen

 

 

Nach dem Tod Wallensteins verliefen die Friedensverhandlungen ergebnislos. Der Krieg sollte noch 15 Jahre weitertoben, bis das Heilige Römische Reich, das einen seiner besten Feldherren verloren hatte, mit seinen Kräften am Ende war. Als die Bevölkerung ausgeblutet, und das Land in Elend und Tod versunken war, sollte der Fanatismus der Toleranz weichen und mit dem Westfälischen Frieden der dreißigjährige Krieg endlich beendet sein.

 

 Unterschriften aus: Phoenix Dokumentation "der dreißigjährige Krieg"

inhaltliche Hauptquelle: Phoenix Dokumentation "der dreißigjährige Krieg"

 

28. Juni 2009


Kommentare

avatar muss muss
+2
 
 
Ich find den Text echt gut... hat mir sehr bei meinen antrengenden Deutsc-Hausaufg aben geholfen...DANKE!!!
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