Die Kreuzzüge 

 

Die Kreuzzüge waren die größten logistischen Unternehmungen des Mittelalters. 1000e Christen, ob Fürsten, Bauern oder gar Kinder verließen ihre Heimat und gingen im Namen Gottes auf bewaffnete Pilgerfahrt. Einzelne erwarben sich gewaltige Besitztümer, manche erlangten Ruhm und Ehre, viele liesen im Heiligen Land ihr Leben und noch mehr bekamen es gar nie zu Gesicht.

 

Gründe für diese Kreuzzüge gab es viele, die hohen „Politiker“ dieser Zeit, wie zum Beispiel der Papst, die Kaiser oder andere zum Kreuzzug rufende Persönlichkeiten hatten meist politische Motive, seien es die Unterstützung von Verbündeten, die Wahrung des eigenen Prestiges oder einfach nur die Ausdehnung des Machtbereiches. 

 

Für das einfache Volk und niedere Ritter waren die Motive natürlich gänzlich anderer Natur. Einerseits folgten dem Kreuzzug religiöse Eiferer, Zweitgeborene, die ohne Anspruch auf das väterliche Erbe, in der Ferne ihr Glück suchten und von Hungersnöten, Hoffnungslosigkeit oder Verfolgung zur Auswanderung gezwungene Menschen.

 

Der erste Kreuzzug wurde von Papst Urban 1095 beim Konzil von Clermont ausgerufen. Grund für diesen Kreuzzug war einerseits die Unterstützung des Byzantinischen Reiches gegen die Einfälle der Seldschuken und andererseits eine Ausweitung der päpstlichen Macht. Ziel des Kreuzzugs war Jerusalem, das es von den „Ungläubigen“ zu befreien galt. Noch im selben Jahr brach der Kreuzzug des Volkes auf, im darauffolgenden Frühjahr folgten die Ritterheere. 1099 kam es zur Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer, die Volk- und Kinderkreuzzüge blieben größtenteils ohne nennenswerten Erfolg. Mit der Eroberung weiterer Städte entstanden die vier Kreuzfahrerstaaten:  die Grafschaft Edessa, das Fürstentum Antiochia, das Königreich Jerusalem und die Grafschaft Tripolis. Die Unterstützung und/oder Rückgewinnung dieser Gebiete wurden auch später immer wieder zum Grund für neue Kreuzzüge. Wie viele Kreuzzüge es gab lässt sich nicht eindeutig feststellen, vor allem da die Zählweise nicht einheitlich ist, manchmal werden die Volkskreuzzüge mit gezählt, manchmal alle Ritterheere, manchmal nur diejenigen Züge, die ihr Ziel auch erreicht haben, dem Entsprechend weichen die Ergebnisse stark ab.

 

Kreuzfahrer im NahkampfDie territorialen Veränderungen der Kreuzzüge währten allerdings nicht lange, die Kreuzfahrerstaaten gingen bald wieder verloren, wodurch es den Christen nicht lange gelang, sich im arabischen Raum zu behaupten. Sie  blieben aber nicht gänzlich ergebnislos, die Kreuzzüge führten, durch das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen zu einem Austausch und zu einer Weiterentwicklung auf beiden Seiten. So machten die Kreuzfahrer enorme Fortschritte im Festungsbau um die von ihnen kontrollierten Gebiete zu sichern. Aber auch die Araber mussten sich an den neuen Gegner anpassen, so waren die rasiermesserscharfen, arabischen Krummsäbel gegen die europäischen Ritter nur bedingt einsetzbar, denn so scharf sie auch waren, es gelang ihnen nicht zentimeterdicke Panzerrüstungen zu durchschneiden. Natürlich blieb der Austausch nicht nur auf den militärischen Bereich beschränkt, sondern betraf auch die Kultur, Wissenschaft und Medizin.

 

Die Kreuzzüge waren somit, wie die meisten Kriege, ein sinnloses Verschwenden von Mensch und Material, kurzfristig konnten sie zwar einen Erfolg verbuchen, doch langfristig hatten sie bis auf eine kulturellen Austausch, keinen nennenswerten Effekt.

 

10. Mai 2009


Kommentare

avatar lea
+11
 
 
ok war
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