Die Historien des Herodot Die Historien des Herodot umfassen 9 Bücher und bilden eines der besterhaltenen Werke aus der griechischen Antike. Herodot hat den Großteil seines Lebens an den Werken geschrieben, sie immer wieder überarbeitet und neue Informationen eingebaut. Während seiner Arbeit stellte er auch schon zu Lebzeiten immer wieder Teile seines Werkes in Lesungen vor. Die Historien sind einerseits eine historische Berichterstattung, andererseits mythologische Erzählungen und an manchen Punkten scheinen sie eher einem Roman zu ähneln.
Inhalt
Herodot schrieb das Werk, wie er im Proömium berichtet:
"...damit große und wunderbare Taten der Griechen und der Barbaren nicht ohne Gedenken bleiben. Vor allem aber soll man erfahren, warum sie gegeneinander zum Kriege schritten." Diese Themen werden auch vorwiegend in den Werken behandelt, die Geschichte der Perser, die Unterschiede zu den Griechen und die Kämpfe der beiden Völker gegeneinander. Hinzu kommen Berichte über verschiedene Länder Afrikas, Europas und Asiens. So erzählt er über die Ägypter, Makedonier, Babylonier und natürlich über die Perser selbst. Das Werk ist in neun Bücher geteilt, wobei die ersten vier vorwiegend über die Perser und die von ihnen unterworfenen Völker berichtet, die übrigen fünf die Perserkriege behandeln. Das Werk vereint einen etwas widersprüchlichen Charakter in sich. Stellenweise liest es sich wie ein spannender Roman, erzählt von den Mythen und Sagen sowie den Lebensweisen verschiedener Völker. An anderen Stellen wirkt es trocken, beinahe langweilig und man bemerkt den Historiker hinter dem Werk.
Zahlenangaben sind bei Herodot ein extrem unsicheres Thema, kaum eine Zahl von ihm kann als historisch korrekt angesehen werden. So gibt er zum Beispiel das Heer des Xerxes auf mehrere Millionen Krieger an, obwohl es nach heutigem Forschungstand sicher nicht mehr als 50.000 - 200.000 waren. Ob er hierbei aber absichtlich übertrieben hat, falschen Informationen zum Opfer gefallen ist, oder allgemein niemand Heereszahlen zu dieser Zeit wirklich abschätzen konnte, weiß man nicht.
Quellen
Herodots Quellen belaufen sich, wenn man ihm Glauben schenken mag, auf diverse Priesterschaften und deren Aufzeichnungen, über die er auf seiner Reise Auskunft erhalten haben soll. Ebenso sollen, vor allem bei den Perserkriegen, ihm Zeitzeugen berichtet haben. Doch all diese Quellen sind in vieler Weise unsicher.
Einerseits bezweifeln einige Historiker ob Herodot seine Reise wirklich begangen hatte, oder ob er nur Geschichten vom Hörensagen zu einem Roman zusammengefasst hat. Andererseits weiß man über seine Motive wiederum nur von ihm selbst, es stellt sich die Frage, ob ihm wirklich eine historische Forschungsarbeit vorschwebte, oder ob er nur seine Leserschaft mit spannenden Geschichten unterhalten wollte. Als dritte Hürde erweist sich die Schwierigkeit zuverlässige Informationen zu erlangen, selbst wenn er auf historische Korrektheit Wert gelegt haben soll. Denn Zeitzeugen geben oft ein völlig falsches Bild wieder, sie heroisieren ihre Taten, steigern die Zahl der Feinde ins unmögliche und hatten wohl selten die Kompetenz und das Interesse daran möglichst exakte Angaben zu machen. Auch die verschiedenen Priesterschaften und einheimischen "Fremdenführer" stellen ihr eigenes Volk wohl meist im bestmöglichen Licht dar. Eine weitere Quelle Herodots waren wohl auch zahlreiche Werke anderer Griechen, von wechselnder Zuverlässigkeit.
Ob sein Werk nun pure Fiktion, ein historisch Roman oder doch ein geschichtliches Universalwerk waren lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, sein Werk zeigt deutlich die mythischen Erzählungen wie sie schon Homer verfasste, machte aber auch schon kleine Schritte in Richtung Geschichtsschreibung. Thukydides, der über den Peloponsischen Krieg berichtet, sollte diese Schritte weiter führen, und ein wahres Meisterwerk der frühen Geschichtsschreibung verfassen. Ob Herodot mit seinem "Historischen Roman" dazu den Grundstein gelegt hat oder nicht, ist schlichtweg nicht zu überprüfen. Vielleicht entspricht er weit mehr der Wahrheit, als man heute annimmt und die, für uns unglaubwürdigen Schilderungen fremder Völker erscheinen uns nur aus heutiger Sicht als Fiktion.
8. Juni 2009 |





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