Entstehung der Österreichisch - Ungarischen Monarchie Histroy Blog - by Andreas Müller

Entstehung der Österreichisch - Ungarischen Monarchie

 

 

 Der österreichisch-ungarische Ausgleich

 

Kaiser Franz Josef I. - Porträt

Die Niederlage in der Schlacht von Königgrätz 1866 war der Gipfel der außenpolitischen Krise Österreichs. Man musste Eingeständnisse an die Preußen und die Italiener machen, große Gebiete im Norden der Monarchie fielen an Preußen, Venetien mussten die Habsburger an Frankreich abtreten, das es in weiterer Folge an Italien weitergab. 

 

Die seit 1849 ungelöste Verfassungsfrage und der immer lauter werdende Ruf ungarischer Nationalisten musste gelöst werden, um ein mögliches Scheitern der Habsburger Monarchie noch zu verhindern. Kaiser Franz Joseph handelte ungewöhnlich schnell, und schloss 1867 den Ausgleich mit den Ungarn ab. Dieser sprach Ungarn eine weitgehende Selbstständigkeit in Sachen der Verfassung zu, indem es einen verfassungsgebenden Reichstag erhielt (in Österreich Reichsrat). Den Dualismus, den diese Staaten eingingen, gehen als „k.und k.-Monarchie“ in die Geschichte ein. Franz Joseph vereint beide Reichshälften in einer Personalunion (eine Person bekleidet gleichzeitig mehrere Ämter) und ist somit gleichzeitig Kaiser von Österreich und König von Ungarn.

 

Jedoch ist die österreichisch-ungarische Monarchie auch eine Realunion, denn sie vereint Außen- und Kriegsministerium miteinander, die restlichen Ministerien bleiben eigenständig voneinander getrennt jeweils in den Reichshälften. Dadurch ist es den Ungarn möglich, unabhängige Entscheidungen zu treffen.

 

 Der Nationalitätenkonflikt

 

Der Vielvölkerstaat um Österreich-Ungarn hatte jedoch ein großes Manko.

 

Neben Deutsch-Österreichern und Ungarn waren  auch zahlreiche slawische Volksgruppen (Rumänen, Ukrainer, Polen, Slowaken, Slowenen, Tschechen, Bosnier, Kroaten, Serben und) Teil des Reiches. Die Interessen der slawischen Bevölkerungsgruppen wurden jedoch völlig beiseite geschoben, was blieb war der Frust über die Benachteiligung.

 

Ein denkbarer „Trialismus“, also ein Miteinbeziehen der Slawen in das Österreichisch-Ungarische Bündnis wurde von den Ungarn und dem Deutschnationalen Lager verhindert, die ihre Vormachtstellung nicht einbüßen wollten. Die Nationalisten sahen sich im eigenen Land als eine Minderheit gegen die zahlenmäßig überlegenen Slawen in die Ecke getrieben und einige forderten auch einen Anschluss an das Deutsche Kaiserreich, um ihre Machtposition wieder zu stärken.

 

Der Nationalitätenstreit und die Unabhängigkeitsbestimmungen in der k. und k.-Monarchie nahmen immer weiter werdende Kreise an. Boykotte „andersnationaler“ Waren und Geschäfte waren erst der Anfang, bald kam es auch zu  Anschlägen und der völligen Isolierung innerhalb der Volksgruppen.

 

Zahlreiche Politiker und Intellektuelle suchten nach einer passenden Lösung des Interessenskonflikts. Dabei stach der Plan Franz Ferdinands besonders hervor. Er wollte nach dem Vorbild Ungarns auch einen Ausgleich mit den südslawischen Ländereien schließen und ihnen so einen höheren Status zugestehen. Seine Idee fand ein jähes Ende, als der österreichische Thronfolger in Sarajevo von serbischen Nationalisten erschossen wurde, die ihrerseits ein großslawisches Reich schaffen wollten.

 

21. Juni 2009
Raphael Stocker

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