Die Entstehung der ersten Siedlungen

Die "Wiege" der Menschheit ist wie allgemein bekannt, Afrika, doch wie ein Kind, verließ auch der Mensch bald seine Wiege und der Homo Sapiens brach zu seinem Siegeszug auf. Erst der Ackerbau ermöglichte es den Menschen sesshaft zu werden und in allen Teilen der Erde Siedlungen zu gründen. Mit der Errichtung von Siedlungen entstanden die ersten frühen Hochkulturen und mit ihnen entstanden Schichten von Gelehrten, welche die technologische Entwicklung vorantrieben.

Für diese Siedlungen gab es in der frühen Zeit des Altertums eine Hauptbedingung: Ertragreiche AgrarflächenDie Entstehung der ersten Siedlungen

Sie waren notwendig um eine große Bevölkerungszahl auf einem (relativ) kleinen Gebiet zu ernähren. Waren die Ackerflächen nicht ertragreich genug, konnten nur wenige Menschen versorgt werden und die Bevölkerung verteilte sich aus Nahrungsknappheit über weitere Gebiete. Um ertragreiche Agrarflächen (und damit Siedlungen) zu ermöglichen, waren natürlich fruchtbare Böden und eine ausreichende Wasserversorgung nötig.

Aus diesen Gründen kam es in Vorderasien und im Gebiet des heutigen Vietnam zu den ersten Siedlungen. Allgemein siedelten sich die Menschen vorwiegend an Flüssen und Seen an, einerseits weil dort die Wasserversorgung leicht zu bewerkstelligen war, andererseits weil dort die Bodenqualität meist sehr gut war. (Eine detaillierte Übersicht über die Verbreitung findet ihr in der Flash Animation)

Mit dem Anstieg der Population und durch die ständige Verbesserung in der Kunst des Ackerbaus, die eine intensivere Nutzung der Agrarflächen möglich machte, begannen die Menschen weitere, häufig weniger Fruchtbare, Gebiete zu besiedeln. Konnte ein Gebiet keine weiteren Menschen mehr ernähren gab es nur zwei Möglichkeiten, die das Überleben sicherten. Einerseits die Abwanderung, bis die Bevölkerung auf ein ernährbares Maß geschrumpft war, oder weiter Entwicklung und damit verbundene, intensivere Nutzung der Ackerflächen. Somit führte die Bevölkerungszunahme in den Siedlungen einerseits zur technologischen Weiterentwicklung, andererseits zur Erschließung neuer Lebensräume.

Kommt es durch gewisse Umstände, zum Beispiel klimatische Veränderungen, zu einer plötzlichen rasanten Abnahme des landwirtschaftlichen Ertrags und ist eine Abwanderung gleichzeitig nicht möglich, kann es zum Untergang ganzer Kulturen (z.B. der Maya in Mittelamerika) oder zu Kriegen  (z.B. die Barbareninvasionen der Völkerwanderung) kommen.

Durch Bevölkerungsballungen in Siedlungen kommt es aber nicht nur zu Änderungen im Ackerbau, sondern auch zur Weiterentwicklung auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene.

Das Zusammenleben von Menschen erfordert gesellschaftliche und politische Ordnung, verschiedene Regierungsformen entstehen und werden "erprobt", Gesetzte aufgestellt und wieder abgeschafft. Es entstehen verschiedene Wirtschaftszweige aus denen sich Stände bilden, Währungen werden eingeführt Außenhandel betrieben und viele weitere technologische, gesellschaftliche und politische Errungenschaften setzen sich durch. Beinahe gleichen die Entwicklungen in den Siedlungen einem Rad, das einmal in Bewegung gesetzt, nicht mehr anhalten will. Die Bevölkerungszunahme führt zwingend zur Weiterentwicklung, durch diese Entwicklung kommt es zu einem Anstieg der Bevölkerung, so entstehen zwei Kräfte, die sich gegenseitig immer weiter Vorantreiben.

Das Entstehen von Siedlungen, das den Menschen die Möglichkeit gab beziehungsweise sie dazu Zwang, sich weiter zu entwickeln, war somit der Auftakt zu tausenden Jahren Menschheitsgeschichte.

5. Mai 2009


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