Kolonisation Afrikas im 19. Jahrhundert Histroy Blog - by Andreas Müller

Kolonisation Afrikas im 19. Jahrhundert

 

Kolonien waren immer schon eine Quelle und ein Zeichen von Macht. Schon die Griechen hatten ihren Wert erkannt, wenn auch ihre Kolonien noch eine gänzlich andere Form zeigten, als die späteren. Denn erst in der Neuzeit begann die Kolonialisierung und Unterwerfung fremder Völker in derart großem Stil. Häufig wurden dabei Menschenrechte mit Füßen getreten und die Kolonisation brachte katastrophale Folgen für die Einheimischen mit sich.

 

Nachdem Großbritannien seine Kolonien in Nordamerika (durch die Amerikanische Unabhängigkeit) verloren hatte, richtete es seine Kolonialpolitik darauf aus, indirekt an Einfluss zu gewinnen. Dies geschah vor allem durch die Finanzierung ausländischer Projekte, wodurch sie die Länder an sich banden und teilweise sogar an den Rande des Bankrotts führten.

 

So geschah es auch in Ägypten, wo mit britischen und französischen Geldern der Suezkanal erbaut wurde. Doch dies hatte nicht den Wohlstand Ägyptens zur Folge, sondern führte es in den Bankrott. Ägypten musste seine Anteile an der Suezgesellschaft verkaufen und sich letztendlich einer britisch-französische Finanzaufsicht beugen. Dieser Finanzimperialsmus führte zu Widerstand in der Bevölkerung und in der Armee, deren Sold im Rückstand war. Die Krise gipfelte in einem Krieg in dem die britische Flotte 1882 die Befestigungsanlagen von Alexandria beschoss und die mit der Niederlage der Aufständischen ein Ende fand. Daraufhin kam es zur Bildung eines Regimes in dem britische Beamte alle wichtigen Positionen besetzten.

 

Koloniale Interessen führten aber auch immer wieder zu Konflikten zwischen den europäischen Mächten. So kam es in der Faschoda Krise 1898 zum Konflikt zwischen Frankreich, das von Nord-West nach Osten expandierte, und Großbritannien, das von Ägypten aus ihre Macht nach Süden ausdehnte. Dieser französische Ost-West Gürtel schnitt sich mit dem britischen Nord-Süd Gürtel im kleinen sudanesischen Ort Faschoda, so dass beide Parteien ein reges Interesse für dieses Gebiet zeigten. Die Krise wurde allerdings gewaltfrei beendet, die französische Regierung gab nach und der Sudan kam unter britische (formell ägyptische) Kontrolle.

 

Nachdem auch Italien, Belgien und Deutschland begannen an Afrika Interesse zu zeigen, kam es immer öfter zu Streitigkeiten zwischen den Kolonialmächten. Aus diesem Grund wurde 1884/1885 in Berlin die Kongokonferenz abgehalten, an der sich die europäischen Mächte und die USA über die Aufteilung Afrikas verständigten. Dabei wurden die Flüsse Niger und Kongo für die Schifffahrt freigegeben, der Sklavenhandel verboten und die Formen zukünftiger Besitzergreifungen festgelegt.

 

Doch nicht immer liesen sich die Einheimischen die permanente Fremdbestimmung gefallen. Immer wieder kam es zur Erhebung der Einheimischen. So auch beim Herero-Aufstand 1904 in Deutsch-Südwestafrika (heutiges Namibia). Die durch Rinderpest, Dürre und die Kolonialherren in ihrer Existenz bedrohten Herero griffen zu den Waffen und begannen einen, Anfangs sehr erfolgreichen Aufstand gegen die deutschen Kolonialisten. Doch mit dem Eintreffen eines deutschen Marine Expeditionskorp wandte sich das Blatt und endete in einer folgenreichen Niederlage für die Einheimischen, es kam zu einem blutigen Völkermord an den Herero.

 

13. Mai 2009

 


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