Albrecht von Wallenstein VS Gustav Adolf II. Histroy Blog - by Andreas Müller

Albrecht von Wallenstein VS Gustav Adolf II.

 

Zwei große Feldherren beherrschen die Bühne in der ersten Hälfte des Dreißigjährigen Kriegs. Albrecht von Wallenstein, später Herr von Friedland, Kriegsunternehmer und Söldnerführer, Retter der Monarchie auf Seite der Katholiken. Gustav Adolf II., König von Schweden, genialer Taktiker, schillernder Feldherr und Bollwerk des Protestantismus auf der anderen Seite.


Diese beiden Feldherren trafen im Dreißigjährigen Krieg aufeinander und lieferten sich ein blutiges Gemetzel, das in der Schlacht von Lützen, die Entscheidung finden sollte.

 

 Albrecht von Wallenstein

 

Albrecht von WallensteinAlbrecht von Wallenstein war mit seinem gewaltigem Söldnerheer eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des dreißigjährigen Kriegs. Mit seinem Privatvermögen finanzierte er sich ein riesiges Heer und eine dazugehörige Kriegsindustrie.

 

Als die protestantischen Böhmen 1618 sich vom Heiligen Römischen Reich lossagten und mit Friedrich dem Winterkönig eine offene Rebellion gegen den Kaiser wagten, schlug Wallensteins Stunde. Der Kaiser, Ferdinand II. sah sich außer Stande der Rebellion Herr zu werden, da kam ihm Wallenstein, der ihm anbot mit seinen Truppen gegen die Protestanten zu ziehen, gerade recht.
Der aufstrebende Söldnerführer beschäftigte eine eigene Kriegsindustrie um die Ausrüstung seiner Soldaten sicher zu stellen und kämpfte mit seinen, auf eigene Kosten unterhaltenen, Söldnern auf Seite der Katholiken.

 

Gemeinsam mit seinem Konkurrenten Maximilian von Bayern gelang es ihm die Protestanten in der Schlacht am Weißenberg vernichtend zu schlagen. Nach seinem Sieg kaufte er sich vom Kaiser, zu einem relativ geringen Preis, die Herrschaft über Friedland und durfte damit auch den Titel "Herr von Friedland" tragen. Als wenig später, die ebenfalls protestantischen Dänen, im Reich einfielen, war es wieder Wallenstein der als "Retter der Monarchie" den Feind besiegte.

 

Mit Sorge beobachteten allerdings auch katholische Mächte das Erstarken Wallensteins. Der Kaiser fürchtete Wallenstein könne zur Gefahr für das Reich werden und entließ ihn aus seinen Diensten - vorerst.

 

 Das Auftreten Gustav II. Adolfs

 

Gustav II. AdolfDenn auch die protestantischen Mächte hatten einen fähigen Feldherren auf ihrer Seite, Gustav Adolf II.,  König von Schweden.  Die Schweden sahen sich durch das Kaiserreich zusehends bedroht und traten ebenfalls in den Krieg um den "wahren Glauben" ein.

 

Gustav Adolf stellte ein gewaltiges Heer auf, das mit "modernen" Mitteln ausgerüstet war. Der Feldherr führte die Schweden von Sieg zu Sieg, er schlug die Kaiserlichen, unter der Führung Feldmarschall Tillys, bei Breitenfeld. Es schien so, als könnte niemand dem Nordmann Parole bieten, so sah sich der Kaiser gezwungen, Wallenstein zurückzurufen und erteilte diesem mehr Vollmachten als je zuvor.

 

 Belagerung von Nürnberg Juni 1632

 

Wallenstein trat dem eifrigen Schweden erstmals bei Nürnberg entgegen. Gustav Adolf, der sich Wallenstein in seiner momentanen Stärke nicht gewachsen sah, mied den Kampf und quartierte seine Truppen im eroberten Nürnberg ein. In wenigen Tagen machten seine Truppen die Stadt uneinnehmbar. Ein Ring aus Gräben und Befestigungen wurde um die Stadt errichtet und das Lager der Schweden soll größer als die Stadt selbst gewesen sein.

 

Albrecht von Wallenstein gegen Gustav II AdolfAußerhalb der Stadt lagerte Wallenstein, er lies ebenfalls ein gewaltiges Heerlager, angeblich das größte der Geschichte, errichten und wartete.

 

So lagen die beiden Heere voreinander und jeder wartete auf den Angriff des Anderen. In Nürnberg wurde die Lage immer dramatischer. Hunger plagte die Menschen, die Rote Ruhr und andere Seuchen rafften die Menschen dahin, rund 300 Soldaten sollen täglich innerhalb der Befestigung ums Leben gekommen sein. Wallensteins Blockade zeigte ihre tödliche Wirkung. Nach zwei Monaten später, rund 19.000 verlorenen Soldaten, beendete Gustav Adolf das Kräfte raubende Stellungsspiel und gab den Befehl zum Angriff auf Wallensteins Lager.

 

Nach langen Gefechten und einem hohen Blutzoll brach Gustav II. Adolf den Angriff ab und gab den Befehl zum Rückzug, die Katholiken hatten gesiegt.

 

 Schlacht von Lützen November 1632 (zum Artikel)

 

Gustav Adolf war allerdings noch nicht am Ende. Er sammelte seine verstreuten Truppen, erhielt Verstärkung und stellte sich mit den verbündeten Sachsen Wallenstein erneut. In der Schlacht von Lützen kam es zur entscheidenden Kraftprobe dieser großen Feldherren.

 

Die Schweden gingen zum Angriff auf Wallensteins Stellungen über. An der Linken Flanke und im Zentrum kam der Angriff durch massiven Widerstand zum erliegen, doch an der Rechten gelang es den Schweden die Kaiserlichen unter hohen Verlusten zu schlagen. Gerade als die Schlacht sich zu entscheiden schien, erhielt Wallenstein Verstärkung durch Graf zu Pappenheim und seine Reiterei. Die Schlacht wogte hin und her als Gustav Adolf II. im blutigen Gemetzel fällt, die Schweden wurden von Zorn erfasst und schafften es, unter Aufbietung aller Kräfte, die feindlichen Truppen zu schlagen.

 

Gustav Adolfs Tod in der Schlacht von LützenWallenstein gelingt ein geordneter Rückzug, doch trotz dem Eintreffen frischer Truppen nimmt er die Schlacht nicht wieder auf. Auf beiden Seiten wird den "Siegern" gratuliert. Wallenstein wurde seine persönliche Leistung in der Schlacht und die Niederwerfung Gustav Adolfs hoch anerkannt. Auf Seite der Schweden feiert man den Sieg über Wallenstein, doch der Tod Gustav Adolfs II. war dennoch ein schwerer Schlag für das Volk.

 

Das Duell dieser beiden großen Feldherren hatte somit Wallenstein gewonnen, denn Gustav Adolf konnte zwar die Schlacht für sich entscheiden, allerdings bezahlte er dies mit seinem Leben.

 

Wallenstein sollte seinen Sieg jedoch nicht lange genießen können. Er wird in der Mordnacht von Eger, zwei Jahre nach dem Tod Gustav II. Adolfs, Opfer eines Attentats.

 


Hauptquelle: "Der dreißigjährige Krieg" - Dokumentation von Phönix

17. Juni 2009


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