Das flüssige Feuer Histroy Blog - by Andreas Müller

Das flüssige Feuer

 

Das flüssige Feuer, oft auch fälschlicherweise als griechisches Feuer bezeichnet, war wohl eine der gefürchtetsten Waffen des Mittelalters. Als sagenumwobene Geheimwaffe war sie ein Spezialität der Byzantiner, die mit ihrer Hilfe zahlreiche Seegefechte gegen die Osmanen gewannen. Obwohl es zahlreiche Versuche, vor allem im arabischen Raum, gab, diese Waffe nachzuahmen, erreichte dennoch kein anderes Volk dieselbe tödliche Wirkung. So geschah es, dass mit dem Untergang des byzantinischen Reichs das Wissen um die Herstellung verloren ging.

 

 Erfindung und Einsatz durch die Byzantiner

 

flüssiges Feuer im Einsatz - byzantinisches RelievDie Erfindung des flüssigen Feuers wird laut dem Chronisten Theophanes (760 - 818 n.Chr.) Kallinikos von Heliopolis zugeschrieben. Kallinikos stammte ursprünglich aus Syrien und floh im 7. Jahrhundert vor den Arabern nach Konstantinopel. Vermutlich existierten Formen des flüssigen Feuers bereits vor Kallinkos, doch er dürfte es erheblich verbessert und zum Einsatz auf See tauglich gemacht haben. In welchem Jahr er es in diese Form brachte ist unbekannt, als gesichert gilt aber, dass es 687 n.Chr in der Seeschlacht bei Kyzikos gegen die Araber erfolgreich eingesetzt wurde.

 

Das Feuer wurde vorwiegend auf den byzantinischen Dromonen eingesetzt. Die Dromonen waren byzantinische Kriegsschiffe mit zwei Ruderreihen, die den griechischen Trieren ähnelten. Auf diesen wurde nun ein Kessel mit flüssigem Feuer angebracht und die brennende Flüssigkeit mit Hilfe des Siphon ("Feuerspritze") als vernichtende Waffe gegen die feindlichen Schiffe eingesetzt.

 

Die Wirkung dieser Flüssigkeit war verheerend, neben dem psychologischen Effekt, der beinahe allein genügte, um die Feinde in die Flucht zu schlagen, ließ sich das Feuer, einmal entzündet, durch Wasser nicht mehr löschen. So konnte es geschehen, dass ein brennendes Schiff auf der Flucht zur Gefahr für die gesamte Flotte wurde.

 

DromonNeben dem Einsatz mit dem Siphon gab es auch andere Varianten, so wurden mit flüssigem Feuer gefüllte Krüge durch Wurfmaschinen oder Muskelkraft auf den Gegner geschleudert. In anderen Quellen werden auch tragbare Varianten des Siphon genannt, die zu Lande im Einsatz gewesen sein sollen. 

 

Nachahmer fanden die Byzantiner vor allem bei ihren Feinden, den Arabern. Sie versuchten das Geheimnis dieser Waffe zu ergründen und mit zahlreichen Mischungen die selbe Wirkung zu erreichen. Es gelang ihnen zwar, mit einem eigenen "Flüssigen Feuer" eine ähnliche Wirkung zu erzielen, doch kamen sie nie an das geheime byzantinische Original heran.

 

Diese Geheimhaltung ist auch dafür verantwortlich, dass die heutige Forschung über die Zusammensetzung dieser "Wunderwaffe" nur spekulieren können, überliefert sind verschiedene Mischungen mit Naphtha (Erdöl), Asphalt, Kalk, Baumharz, Schwefel und verschiedenen leicht entzündlichen Stoffen. Dennoch gibt wohl kaum eine dieser Überlieferungen das tatsächliche Flüssige Feuer wieder, manche Rezepte geben Mixturen für Feuerpfeile an, andere gleichen modernen Leuchtkörpern.

 

Denn mit dem Fall Konstantinopel und des Byzantinischen Reichs ging auch das Wissen um die Herstellung des flüssigen Feuers für immer verloren.

 

 

Dieses Video von YouTube zeigt in einem praktischen Test, dass die Antiken "Flammenwerfer" wirklich funktioniert haben. Hier wird eine tragbare Variante des flüssigen Feuers getestet. Ich persönlich zweifle allerdings die effektive Wirkung in Landschlachten an.

 

11. Juni 2009


Kommentare

avatar Sigurd
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Na ja, der Psychologische Effekt dürfte sehr groß gewesen sein . Und mehrere davon zum Stoppen von
Kavallerieangri ffen zwecks Scheuen der Pferde vielleicht ganz hilfreich.
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