Die Schlacht bei Marathon

 

Die Schlacht bei Marathon war der erste große Sieg der Griechen über die Perser. Es gelang den Athenern den Feldzug des Dareios im Keim zu ersticken, nachdem sie sein Heer unter der Führung seiner beiden Generäle Datis und Arthapernes kurz nach der Landung vernichtend schlugen. Somit machten sie seine Expansionspläne vorerst zu nichte, zu einem geplanten zweiten Angriff kam Dareios nicht mehr, da er noch während der Rüstungen verstarb. Erst seinem Sohn Xerxes gelang es wieder ein persisches Heer nach Griechenland zu führen. Worin lag aber nun die taktische Meisterleistung des Miltiades?

 

Die besondere Schwierigkeit, mit denen die Griechen gegen die Perser zu kämpfen hatten, war die Verschiedenheit der taktischen Systeme.

 

Das griechische Heer stellte ein Volksaufgebot, das Kernstück der Armee bildete somit die Hopliten alle weiteren Kämpfe, wie Bogenschützen, Schleuderer oder Peltasten bildeten nur Nebenwaffen und waren für die Schlacht kaum ausschlaggebend.

 

Das persische Heer hingegen setzte auf Berufssoldaten, vorwiegend auf Bogenschützen die sowohl beritten als auch zu Fuß kämpften. Damit diese Bogenschützen effektiv eingesetzt werden konnten mussten sie erfahrene Kämpfer sein. Denn der Bogner musste seinen Feind ständig auf Distanz halten, kam er zu nah, musste er den Rückzug antreten um kurz darauf wieder zum stehen zu kommen und wieder das Feuer zu eröffnen. Er musste somit eigenständig agieren und selbstständig Entscheidungen treffen.

 

Die Griechen hatten somit zwei Probleme, erstens der Beschuss der Bogenschützen, die von den gepanzerten Hopliten nur schwer zu fassen waren und zweitens war ein Reiterangriff in die Flanke für die Phalanx tödlich.

 

Miltiades gelang es allerdings, dass in dieser Schlacht keiner der Nachteile zu tragen kam.

 

Kaum waren die Perser in der Bucht von Marathon gelandet, eilte schon das griechische Heer herbei. Unter Ausnutzung der idealen

Überblick der Schlacht von Marathon - Parragon Verlag

Gelände Bedingungen gelang es ihnen die Perser zur Schlacht zu Zwingen und ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, ohne eine Schlacht weiterzuziehen. Die griechische Phalanx war so im Ausgang eines Seitentals positioniert, das die Flanken durch Hügel, Geäst und zusätzlichem Verhack für Reiterei nicht angreifbar war. Die Griechen marschierten, durch diese optimalen Bedingungen, an den Flanken geschützt, nahe an die Perser heran und begannen dann mit einem wuchtigen Sturmangriff. Der Beschuss setzte dem griechischen Zentrum schwer zu, allerdings gewannen sie an den Flügeln, im Nahkampf mit den persischen Truppen, die diesem Ansturm nicht gewachsen waren. Die Perser deren Reiterei am Eingreifen gehindert war, suchten in dieser Umklammerung ihr Heil in der Flucht.

 

Mit dem Meer im Rücken blieb den Persern somit als einzige Fluchtmöglichkeit ihre Schiffe. Eiligst schifften sie ihre Truppen wieder ein und brachen den Feldzug ab. Warum die Griechen bei dieser Verfolgung nur verhältnismäßig wenig Gefangene gemacht hatten und nur eine kleine Zahl an Schiffen erbeutet haben ist nicht geklärt. Als Grund hierfür dient wahrscheinlich, dass nachdem die Infanterie geschlagen worden war, die Reiterei zum Einsatz kommen konnte und die Verfolgung der Griechen massiv behinderte.

 

Auch der heutige Marathonlauf soll in dieser Schlacht seinen Ursprung haben, allerdings ist dies eher der Mythologie zuzuschreiben. Die Schlacht war auf jeden Fall voller "Läufe". Einerseits der (für eine griechische Phalanx) gewaltige Ansturm, andererseits der schnelle (aber dennoch zu langsame) Anmarsch der spartanischen Verbündeten und andererseits die angebliche Überbringung der Siegesnachricht nach Athen, deren Bote nach der Ausführung seiner Pflicht, tot zusammengebrochen sein soll.

 

Schlachten-Grafik von Parragon Verlag
Inhaltliche Hauptquelle: Schlachten von Christa Jörgensen

7. Mai 2009


Kommentare

avatar Schwarzenfels
+5
 
 
gute zusammenfassung, sollte aber erwähnt sein das schon Dareios für einen weiteren Kriegszug gegen Griechenland rüstete, vor der Ausführung aber verstarb....soviel zum Thema Xerxes.

wegen der Verfolgung der fliehenden Truppen: Die Verfolgung feindlicher Truppen in dieser Zeit war aufgrund des Chaoses auf dem Schlachtfeld ein sehr schwierig. Weiterhin dürfte die schwere Hoplitenrüstung und vor allem der Widerstand des Persischen heerlagers(glaube bei Herodot nachzulesen) hindernd auf die Griechen gewirkt haben.

ansonsten, wie gesagt, gute zusammenfassung.

(nach release vom Admin wieder hinzugefügt)
avatar lobbo
-2
 
 
hi
avatar Der Autor
+8
 
 
Dass auch Dareios bereits ein zweites Mal gegen die Griechen gerüstet hat ist natürlich richtig, werde ich gleich hinzufügen.
Die Verfolgung ist, wie ich schon sagte, nicht ganz unumstritten. Die schwere Hoplitenrüstung wird wohl weniger der Grund für das Ausbleiben der Verfolgung sein, da man sich vorstellen kann, wie lange vor allem die Verladung der Pferde gedauert hat. An der Zeit sollte es also nicht gescheitert sein, allerdings gibt es auch Theorien wonach die Pferde noch nicht einmal vollständig entladen waren und dadurch nicht an der Schlacht teilnehmen konnten.
Der Widerstand der Perser wird wohl der Hauptgrund gewesen sein, denn Männer ohne Fluchtweg kämpfen ja bekanntlich mit dem Mut der Verzweiflung. Schon Sun-Tzu hat ja davon abgeraten, dem Feind keinen Fluchtweg zu lassen, Militades scheint das berücksichtigt zu haben.

Danke auf jeden Fall für Lob, Kritik und die Sinnvolle Ergänzung

(nach release vom Admin wieder hinzugefügt)
avatar lida
+2
 
 
eine frage wo hat die schlacht gefunden?
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