Die Schlacht bei Hattin

 

Der Schlacht von Hattin geht ein Konflikt voraus, der durch die Eroberung Jerusalems während des 1. Kreuzzugs schon klar erkennbar war. Die Errichtung der vier Kreuzfahrerstaaten (Jerusalem, Edessa, Tripolis und Antiochia) war nur möglich geworden, weil die einheimischen Moslems sich lange Zeit untereinander bekriegten. Doch mit der schrittweisen Einigung durch Saladin und das gemeinsame Feindbild, brauten sich bald ein Unwetter zusammen, dem die Christen auf dauer nicht gewachsen waren.

 

 Vorgeschichte

 

Saladin und Guido von Lusignan, der durch Heirat und Intrigen König von Jerusalem geworden war, hatten zwar einen Waffenstillstand vereinbart, doch die Kreuzritter litten häufig unter dem Problem, dass ihre verschiedenen Ansichten und Nationalitäten zu einem uneinheitlichen Auftreten führte. Rainald von Châtillon, der Herr Transjordaniens, überfiel eine Handelskarawane. Der Forderung seines Königs und der Drohung Saladins zum Trotz weigerte er sich beides wieder zurück zu geben. Daraufhin erklärte Saladin den Kreuzfahrern den Krieg und versammelte sein Heer.

 

Obwohl Reinald den Waffenstillstand gebrochen und sicher der Aufforderung seines Königs widersetzt hatte, stellten sich die Kreuzfahrer auf seine Seite. Sie versammelten ein Heer bei Akkon und beschlossen Saladins Heer entgegenzuziehen.

 

Dieser fatale Entschluss und vor allem seine selbstmörderische Ausführung entschieden, noch bevor es zur Schlacht kam, das Gefecht bei Hattin. Denn Guido und seine Berater führten das Kreuzfahrerheer durch trockene wasserarme Gebiete. Mit einem Heer von mehreren tausend Mann durch ein derart trockenes Gebiet zu ziehen ist allein für sich schon Selbstmord, aber in unmittelbarer Nähe zum Feind, keine Wasserstelle zu kontrollieren, erwies sich als fatal.

 

Übersicht der Schlacht von Hattin - Parragon VerlagMensch und Tier waren durch die Hitze, Wassermangel und den langen Marschweg geschwächt, somit musste Saladin die Kreuzfahrer nur noch von den Wasserstellen abschneiden - die Schlacht war gewonnen bevor sie richtig begann.

 

 Die Schlacht

 

Am 4. Juli 1187 war es so weit; Bald schon sah sich die Vor- und Nachhut den Angriffen Muslimischer Bogenschützen ausgesetzt. Als einzige Antwort auf die schnellen, berittenen Bogner der Muslimen standen den Kreuzfahrern nur die Turkopolen zur Verfügung, die eigenen Truppen waren zu schwerfällig um den Feind zu fassen. Die Turkopolen waren einheimische, häufig auch konvertierte Muslime, die als leichte Reiterei eingesetzt wurden, mit ihren Konterangriffen gelang es den Kreuzfahrern einige Zeit gegen die Angriffe zu bestehen. 

 

Doch auch Saladin erkannte den Wert der Turkopolen und richtete seine Angriffe speziell gegen diese. Als das christliche Heer, das trotz Angriffen weiterzog sich dem See Genezareth näherte, begann sich die Ordnung aufzulösen. Die Fußsoldaten eilten, von Durst getrieben, auf den See zu, doch Saladin nutze diese Gelegenheit und griff ihre aufgebrochene Formation an. Das verzweifelte Fußvolk wurde von den heftigen Reiterattacken zurückgedrängt und auf das östliche, der beiden Hörner von Hattin getrieben (siehe Grafik). Die derart in Panik und Unordnung geratenen Truppen fielen in Scharen, wer nicht getötet wurde gelangte in Gefangenschaft und wurde als Sklave verkauft.

 

Auch die wuchtigen Attacken der Ritter vermochten nichts auszurichten, denn die weitaus beweglicheren Reiter Saladins waren ihnen überlegen und vermieden es, sich angreifen zu lassen. Der Großteil der Ritter zog sich auf den westlichen Hügel von Hattin zurück, nur wenige brachten sich in Sicherheit und schlugen sich nach Akkon durch.

 

Die Ritter auf dem westlichen und das Fußvolk auf dem östlichen "Horn" fiel den Pfeilen zum Opfer oder gerieten in großer Zahl in Gefangenschaft. Saladin ließ daraufhin alle Ritter (Templer und Hospitaler) hinrichten und beraubte somit die Christen ihrer besten Krieger. Auch die Turkopolen ereilte die Strafe Saladins, sie galten als Verräter und teilten das Schicksal ihrer Herren. Rainald von Châtillon, der den Waffenstillstand gebrochen hatte wurde angeblich sogar von Saladin persönlich enthauptet. Trotz der zahlreichen Hinrichtungen führten die Gefangenen dieser Schlacht zu einem Überangebot und einem damit verbundenen Preissturz auf den Sklavenmärkten. König Guido selbst wurde gegen ein Lösegeld von elf Städten freigelassen.

 

 Folgen

 

Die Schlacht von Hattin markiert den Anfang vom Untergang der Kreuzfahrerstaaten, 30 Kreuzfahrerfestungen fielen im Laufe des darauffolgenden Jahres und auch Jerusalem gelangte wieder unter muslimische Herrschaft. Nur durch einen weiteren Kreuzzug gelang es den Christen vorerst die Auflösung der Kreuzfahrerstaaten zu verhindern. Nach der Schlacht von Hattin tobten die Kriege im Heiligen Land noch viele Jahre weiter, doch einen Sieg auf lange Sicht, hatten die Kreuzfahrer mit dieser katastrophalen Niederlage verspielt.

 

Schlachten-Grafik von Parragon Verlag
Inhaltliche Hauptquelle: Schlachten von Christa Jörgensen
 

 28. Mai 2009


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