Stalingrad - Schlachten der Weltgeschichte 1


die gesamte LieferungEndlich hat mich letzten Donnerstag die erste Lieferung des Archivverlags erreicht. Vorweg: Ich bin mit dem Inhalt ganz zufrieden, doch die große Begeisterung hat durch die extrem lange Wartezeit sehr gelitten.
Wie im Dezember letzten Jahres berichtet, habe ich mir die Loseblattreihe „Schlachten der Weltgeschichte“ des Archivverlags bestellt. Dabei erhält man Replikationen historischer Dokumente zu verschiedenen Schlachten. Nun also eine erstes Fazit:



Versandprobleme


Bestellt hatte ich die Serie eigentlich bereits im Dezember vergangenen Jahres, ich war Anfangs ganz euphorisch und konnte den Erhalt meiner ersten Lieferung gar nicht erwarten, laut der Website des Verlages sollte es ja nur eine gute Woche dauern.
Nachdem ich einige Fragen bezüglich Versand und Bezahlung in Österreich hatte, wurde mir in einem Mail am 16. Dezember 2009 bestätigt, dass mir meine erste Lieferung sofort zugesendet wird. Gedauert hat es dann allerdings bis zum 4. Februar 2010, also gut eineinhalb Monate. Begründet wurde dies, nachdem ich Ende Januar nachgefragt habe, mit dem Jahresabschluss und der Inventur, man versprach mir es Ende Januar zu versenden – was dann offensichtlich auch geschah. Schon etwas seltsam, wenn das ja eigentlich schon im Dezember geschehen hätte sollen, bleibt nur zu hoffen, dass die weiteren Lieferungen pünktlich sind.

Genug gejammert, nun zum Inhalt:

Inhalt

Die erste Lieferung enthält zusätzlich zur Schlacht „Stalingrad – Die deutsche Katastrophe an der Wolga“ einen sehr schönen Sammelordner, selbstverständlich ein Deckblatt, ein Vorwort und eine Besitzerurkunde und kostet im Gegensatz zu den späteren Lieferungen nur rund 10 statt 20 Euro.



InformationJeder Schlacht geht erstmal eine allgemeinen Information voraus, die in den Ordner abgelegt wird und in einer Tasche alle Dokumente beinhaltet. Dies ist ganz praktisch, wenn man das historische Hintergrundwissen nicht besitzt, findet sich aber vom Inhalt her natürlich auch im Internet oder zahlreichen anderen Büchern wieder.



Feldpostbrief Deutlich interessanter werden die historischen Dokumente, die ja den Kern der Sammlungen bilden. So schildert ein Unteroffizier in einem Feldpostbrief seiner Familie die Lage und gibt eine erste Vorahnung, auch wenn der Brief sicherlich starker Zensur zum Opfer viel, von der schwierigen Lage in Stalingrad.


Bericht von Major Thiel an Generalfeldmarschall MilchVom weniger Interessanten Brief kommen wir zu dem meiner Meinung nach, historisch wertvollsten Dokument der Sammlung. In einem viereinhalb Seiten langen Bericht schildert Major Thiel, der mit dem Befehl, sich Klarheit über die Beschaffenheit des Flugplatzes Gumrak  zu verschaffen, nach Stalingrad entsandt wurde, das Elend der in Stadt. Was trocken klingt ist äußerst spannend zu lesen, er berichtet von den besonderen Schwierigkeiten der Luftversorgung, von der angespannten Stimmung aller beteiligten, von Hunger, Erschöpfung und Elend der Soldaten und der verzweifelten Lage der gesamten Armee.


Übersichtskarte und SondermeldungDas nächste Dokument schildert das ganze Ausmaß der Katastrophe aus einer anderen, sachlicheren Sicht. In einem Funkspruch an den Führer berichtet Generaloberst Paulus, der in dem vorherigen Bericht bereits mehrfach Erwähnung fand, von der aussichtslosen Lage und dem dringenden Handlungsbedarf.


Völkischer BeobachterDie kleine Schlachtkarte die der Sendung beiliegt zeigt einen Überblick der Schlacht, ist aber nichts Besonderes. Interessant hingegen ist wieder die von den Sowjets verfasste Sondermeldung vom 26. Januar 1943. Dabei wird das Massaker auf Seiten der Deutschen in Zahlen präzise zum Ausdruck gebracht.


Die WehrmachtIm krassen Gegensatz dazu steht der Bericht im „Völkischen Beobachter“ der am 4. Februar 1943 vom Heldenkampf der 6. Armee berichtet. Alle Verluste werden beschönigt, noch von Siegen berichtet und die Opferbereitschaft der deutschen Wehrmacht zum "Wohle ganz Europas" gepriesen.


Nicht minder verzerrt ist die Darstellung des „Heldenkampfes“ in der Broschüre „Die Wehrmacht“ welche von den Heldentaten dreier Unteroffiziere berichtet.




Fazit


Fürs erste bin ich ganz zufrieden, die Probleme beim Versand haben meine Freude etwas gedämpft, doch der Inhalt war erwartungsgemäß interessant. Gerade die gegensätzlichen Berichte, die Beschönigung der Ereignisse und der Bericht von „Heldentaten“ mit den harten historischen Fakten im Hintergrund, sorgen für einen spannenden Einblick. Bleibt nur zu hoffen, dass die weiteren Lieferungen pünktlich und nicht minder interessant sind.


Schlachten der Weltgeschichte - Archivverlag.de


8. Februar 2010


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