Schweizer Armeemesser im alten Rom?

 

Der Blog von Tribur.de hat vor kurzem über ein ganz besonderes Objekt berichtet - ein "Schweizertaschenmesser" der antiken Römer.

Dabei handelt es sich um ein ca. 200 - 300 nach Christus entstandenes Mehrzweckmesser der besonderen Art. Der äußerst teuer Luxusgegenstand besteht aus einem Löffel, einer Gabel, einem Zahnstocher, einem Spieß, einer Art Spachtel(?) und natürlich einem Messer. Ein besonderer Ausnahme Fall blieb das Wunderwerkzeug allerdings, allein schon aufgrund der hohen Materialkosten, denn alle Bestandteile, mit Ausnahme des Eisernen Messers, bestehen aus Silber.

 

Es gehörte vermutilch einem reichen Händler, der durch die Expansion des Reiches zu ansehnlichen Reichtum gelangt war. Im Gegensatz zur DailyMail, auf die sich Tribur.de bezieht, bin ich nicht der Meinung, dass es wirlich als praktisches Werkzeug für einen reichen Mann in Gebrauch war. Es dürfte wohl eher ein Prestige-Objekt gewesen sein, nach dem Motto "Schau mal was ich Tolles hab'." und war damals wohl ungefähr genau so notwendig wie heute das iPad von Apple.

 

Denn wer kann allen ernstes so wahnsinnig sein mit einem silbernen Zahnstocher Mundhygiene zu betreiben? Ok - auch heute gibt es Silberbesteck, doch muss man das wirklich als "Handwerkszeug" überall hin mitschleppen? Ich bin jetzt zwar kein Experte für Edelmetalle, aber der robuste und abnützungsresistente Werkstoff schlechthin ist Silber ja nicht gerade. Schnell verfärbt es sich dunkel und wird unschön, dieses Ding zu polieren war dann sicherlich auch kein Spaß.

 

Immerhin eine interessante Erkenntnis lässt das "Ding", so ein Sonderfall es auch sein mag, zu: Teure, unnötige Dinge sind keine Erfindung von Apple und co., sondern schon genau so alt wie die Menschheit selbst. - Demnächst melde ich zum Patent an: Eine Kugelschreiber-Zahnbürste mit integriertem MP3 Player - für den Genussmensch von morgen!

 

Bericht auf Tribur.de

DailyMail mit Bildern(!)

 

7. Februar 2010


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