Burgenbau in Friesach - Lokalaugenschein
Nachdem ich vor einige Zeit gehört hatte, dass in meiner Nähe ein besonderes historisches Großprojekt im Gange ist, habe ich mich heute selbst aufgemacht dort einmal vorbei zusehen. Denn nahe Friesach (Kärnten > Österreich) wird eine mittelalterliche Burg nachgebaut, doch dass besondere daran ist, dass der Bau nicht mit modernen Geräten betrieben wird, sondern möglichst originalgetreu, mit mittelalterlichen Werkzeugen. So werden keine Motorsägen, Kräne oder Betonmischer eingesetzt sondern lediglich Mittel, die auch zur damaligen Zeit verfügbar waren. Auf Millimeter genaue Pläne wird ebenfalls verzichtet, zwar haben die Erbauer eine grobe Vorstellung von der Position und Art der Gebäude, doch moderne Pläne gibt es nicht.
Heute, am 101. Tag der Arbeiten habe ich die fleißigen Arbeiter besucht, einige Fotos gemacht und auch mit dem "Palarius" (Sprecher der Baustelle) Herrn Heribert Leitner gesprochen.
Lokal Augenschein
Im ersten Moment ist die Baustelle noch leicht zu übersehen, die Anfahrt gestaltet sich noch kompliziert, da noch keine Beschilderung vorhanden ist. Findet man allerdings einmal den Weg und sucht den Ort zwischen 8 und 17 Uhr auf, so kann man doch einiges entdecken und interessantes erfahren.
Direkt am Eingang befindet sich derzeit noch eine Grube die, wie uns Herr Leitner später erklärte, die Grundrisse des Planungsbüros bilden. Dort soll, historisch getreu, ein sogenannter "Reißboden" entstehen der Skizzierung und Planung von Bauteilen im Maßstab 1:1 ermöglicht.
Dringt man etwas tiefer in den Wald ein, hört man schon die Äxte der fleißigen Männer, das Holz bearbeiten. Zur Zeit wird vor allem gerodet, denn die Burg braucht Platz und Holz. Mit Äxten und Sägen bewaffnet rücken die Arbeiter dem Wald zu Leibe und liefern gleichzeitig Baumaterial.
Die Visionen und Erwartungen sind groß, "In 20 Jahren soll der Turm (Bergfried) bereits eine beachtliche Höhe erreicht haben, er wird vollständig aus Stein bestehen, und in einem hölzernen Wehrgang enden. Weiters sind eine Kapelle, ein Wirtschaftsgebäude und eine komplette Burgmauer geplant." berichtet uns Herr Leitner. Aber damit noch nicht genug, wenn der Wald gerodet ist, sollen Terassen aufgeschüttet werden und rund um den Turm Gärten entstehen.
Der Bau wird durch die mittelalterlichen Methoden leider noch einige Jahre dauern, doch allein schon der Aufbau ist sehenswert. Viele Arbeiter sind mittelalterlich gekleidet, der kühle Wald bietet eine angenehme Atmosphäre und die Spannung "Was hat sich getan?" bei jedem Besuch, ist wirklich empfehlenswert. Ich werde auf jeden Fall alle ein oder zwei Monate vorbeischauen und dabei natürlich auch wieder neue Bilder und Berichte vom Fortschritt liefern.
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17. August 2009 |












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