Der schrecklichste Krieg aller Zeiten

 

Seit Anbeginn der Zeit führt der Mensch Krieg, egal ob Stammesfehde, Raubzug oder Weltkrieg. Der Mensch hat zahlreiche Methoden entwickelt seine unliebsamen Artgenossen möglichst einfach hinwegzuraffen und in schrecklichen Kriegen schon immer Tod und Verwüstung angerichtet. Doch was war der schlimmste Krieg?

 

Welchen Krieg man als den "Schrecklichsten" ansehen will, ist wieder einmal eine Meinungsfrage und lässt sich nicht eindeutig klären.

 

Der letzte große Krieg der Europa heimsuchte war der 2. Weltkrieg. Vieles spricht dafür ihn als den Schrecklichsten anzusehen: Die Verfolgung und Vernichtung der Juden durch das NS-Regime, der Kampf bis zum "Endsieg" und die Atombomben Abwürfe.

 

Man muss sich allerdings bewusst sein, dass wir aus unserer heutigen Sicht, meist kein objektives Bild haben. Nur Wenige haben einen, noch weniger zwei Kriege erlebt, und können somit wirklich ein Urteil fällen.  55 - 60 Millionen Menschen haben in diesem Krieg ihr Leben verloren und dennoch darf man nicht nur die Zahl alleine sehen. Denn die Zahl sollte in Relation zur Bevölkerung betrachtet werden.

 

 

Ein weiterer Krieg, der für mich als der Schrecklichste in Frage kommt, ist der dreißigjährige Krieg. Er kostete zwar "nur" 4 Millionen Menschen das Leben, allerdings wurde das Heilige Römische Reich (der Hauptschauplatz des Krieges) damals auch nur von 17 Millionen Menschen bewohnt.

 

Der besondere Schrecken des Krieges war, dass alle Parteien unter enormen Geldmangel litten, somit entstand der Grundsatz "der Krieg, soll den Krieg ernähren". Das bedeutete für die betroffene Bevölkerung in den Grenzgebieten beinahe den sicheren Tod. Denn die Söldner, aus denen die Heere vorwiegend bestanden, holten sich somit Verpflegung und Sold in den kriegsträchtigen Grenzgebieten.

 

Trafen zu Beginn des Krieges noch einigermaßen disziplinierte Heere, mit regelmäßigen Sold, aufeinander, so litt die Bevölkerung mit der Dauer des Krieges zusehends. Gustav II. Adolfs und Wallensteins Truppen waren in dieser Hinsicht noch "gnädig" die Plünderungen hielten sich noch in Grenzen. Doch die Anfangs disziplinierten Schweden sollten sich nach dem Tod ihres Königs in gefürchtete Mörder und Plünderer verwandeln. Der Krieg war nämlich nicht nur gezeichnet, von einem Kampf, Reich gegen Reich, Heer gegen Heer, sondern auch von einem Kampf, Bauern gegen Söldner.

 

Die Söldner plünderten um zu überleben, die Bauern wehrten sich um zu überleben. In manchen Gebieten organisierten sich Bauern und leisteten Widerstand, gegen eigene, wie feindliche Truppen. In anderen Gebieten hingegen, versteckten sich die Bauern nur noch und hofften, dass möglichst etwas von ihrem Hof übrig blieb. In den süddeutschen Staaten wurde die Bevölkerung in gewaltigem Ausmaß dahingerafft, nach Kriegsende lebte dort nur noch ein Drittel der vorherigen Bevölkerung. Der Rest war Opfer der Söldner, des Hungers oder der Seuchen geworden. Viele Regionen brauchten über ein Jahrhundert um sich von dem Krieg wenigstens Ansatzweise zu erholen.

 

Wenn man dazu den zweiten Weltkrieg vergleicht:
Heute, rund 60 Jahre später, haben selbst die Verlierer ein gutes Leben. Deutschland steht wirtschaftlich auf festen Beinen (abgesehen von der Finanzkrise, die alle Staaten betrifft), das kleine Österreich ist lebensfähig, sogar Japan hat, nach zwei Atombombenabwürfen heute einen gewaltigen weltwirtschaftlichen Einfluss.

 

 

Natürlich ist es immer sehr schwer zu sagen, was der größere Schrecken war. 30 Jahre Plünderung, Mord, Tot und Seuchen lassen sich kaum vergleichen mit der Auslöschung einer ganzen Stadt in Sekundenbruchteil. Die Verfolgung der Juden lässt sich mit dem Leid der Bauern nur bedingt gegenüberstellen und man kann wohl wirklich nicht sagen, was der schrecklichste Krieg aller Zeiten war.

 

Keiner von uns hat erlebt, wozu der Mensch in der Geschichte fähig war und man vermag nicht zu Urteilen ob dieses oder jenes Ereignis grauenhafter war. Doch man kann eine Meinung haben und versuchen, die Schrecken des Krieges zu verstehen.

 

Ich persönlich schwanke zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Dreißigjährigen Krieg, doch es kann auch ganz etwas anderes sein, was ist eurer Meinung nach "der schrecklichste Krieg aller Zeiten"?

 

21. Juni 2009


Kommentare

avatar sky
+2
 
 
Ein heißer Kandidat dürften noch die Feldzüge des Germanikus sein, er bestand ja in weiten Teilen nur aus Verwüstungen, da die Feinde dank des Geländes schwer zu fassen waren, nichtsdestoweni ger fehlte nicht viel und Germanien wäre in das römische Reich einverleibt worden, die Germanen müssen also dank der länge des Krieges enorme verluste im Vergleich zur Bevölkerungszahl gehabt haben-

Allerdings schwer nachzuprüfen.

Ich würde mich im Übrigen über eine weitere Korrespondenz freuen, zu antiken Feldzügen und Schlachten wie auch den Beiden Weltkriegen könnte ich einiges beisteuern, meine Email ist euch ja nun bekannt.


salve
Daniel
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