Die jüngste Seeschlacht der Geschichte

 

Nachdem ich mir schon einmal, vor gut zwei Monaten, die Frage nach der "letzten" bzw. jüngsten Schlacht der Geschichte gestellt habe, hat sich mir neuerlich die Frage aufgedrängt, was denn die letzte Seeschlacht der Geschichte war.

Die Piraterie vor der afrikanischen Küste, mit Warnschüssen und Festnahmen, gleichen wohl eher polizeilichen Aktionen und lässt sich nicht als Seeschlacht bezeichnen. Die aktuellsten Konflikte im Nahen Osten, sowie der Irakkrieg oder der Russisch-Georgische Krieg waren ja  vorwiegend - teils aus Mangel an Mittel, teils aus mangelndem Meerzugang - auf das Festland beschränkt. Doch natürlich weiß Wikipedia Rat, das ja gerne auflistet und wo selbst wenige Stunden nach manchen Ereignissen - wie es zum Beispiel beim großen Erdbeben in Haiti geschehen - sofort ein Artikel dazu auftaucht. (Wer auch immer sich denkt - "Großes Erdbeben? Wow! Das muss sofort auf Wikipedia!"Wink)

 

Die (vorerst) letzte Seeschlacht der Geschichte ist also, nach Wikipedia, am 18. April 1988 anzusiedeln. Im Golfkrieg kam es dabei, nach dem Auflaufen eines amerikanischen Kriegsschiffes, auf eine iranische (See)Miene, dem Fassen der dafür angeblichen verantwortlichen Täter und dem Angriff von iranischen Kriegsschiffen auf amerikanische Öltanker, zu einer Operation unter dem Namen "Operation Praying Mantis".

 

Dabei griffen amerikanische Kriegsschiffe zwei iranische Ölplattformen im persischen Golf an, die als Militärische Operationsbasis zur Blockierung des Ölflusses dienten. Um dem entgegen zu wirken setzte der Iran insgesamt zwei Fregatten, ein Kanonenboot sechs Boghammer-Speedboote und zwei Mc Donell-F4 teils unabhängig voneinander ein. Wie nicht anders zu erwarten verlor der Iran gegen die amerikanische Supermacht, keine der eingesetzten Waffen erreichte, dank amerikanischer Gegenmaßnahmen, sein Ziel. Wodurch weder der Flugzeugträger, noch die vier Zerstörer, noch der Kreuzer oder die drei Fregatten beschädigt wurden, die auf Seiten der Amerikaner im Einsatz waren.

Lediglich ein Hubschrauber mit seinen zwei Insassen stürzte ab, wobei bis heute ungeklärt ist, ob dies überhaupt durch Feindeinwirkung geschah.

 

Für die iranische Flotte hingegen sah es weniger gut aus, eine Fregatte wurde versenkt, eine manövrierunfähig geschossen - durch eine Bombe die im Schornstein eingeschlagen, den Maschinenraum zerstörte - drei der sechs Schnellboote wurden versenkt, ebenso ein Kanonenboot.

 

Die Seeschlacht endete somit, wie nicht anders zu erwarten, mit einem Sieg der technologisch und zahlenmäßig überlegenen Amerikaner.

 

Link: Operation Praying Mantis - auf wikipedia.org

 

Völlig offen bleibt natürlich, ob es in absehbarer Zeit noch einmal eine Seeschlacht geben wird. Heutzutage belaufen sich die meisten Kriege ja auf schnelle Operationen von übermächtigen Staaten gegen kleine "Schurkenstaaten" oder Terroristenhochburgen. Denkbar wäre eine neuerliche Seeschlacht am ehesten noch einmal im persischen Golf, sollten sich nämlich die Differenzen mit dem Iran auf Dauer nicht diplomatisch lösen lassen, weiß nur Gott oder die amerikanische Regierung, welche Seeschlachten die Welt noch erleben wird.

 

24. März 2010


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