Haiti - eine Geschichte voll Elend und Leid

 

Haiti, ein kleiner Südseestaat im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, der in seiner wechselseitigen und von Not und Elend gezeichneten Geschichte schon viel hinnehmen musste, wurde am 12. Januar 2010, begleitet von tausenden Fotografen und Kamerateams Opfer einer weiteren humanitären Katastrophe.

 

Seine Geschichte ist gekennzeichnet von Instabilität, Krieg und Leid. Erst die Eroberung von den Ureinwohnern durch die Spanier, verbunden mit der Ausrottung der örtlichen Bevölkerung und Ersatz der Arbeitskraft durch schwarzafrikanische Sklaven dann die Kontrolle durch französische Kolonialherrschaft. Gefolgt von einer glücklosen Freiheit, die dem Staat bereits sehr früh zu Teil wurde, geprägt durch innere Machtkämpfe, politische Konflikte, stetige Machtwechsel und Bürgerkriege.

 

Eine amerikanische Besatzung (von 1915 - 1934) unter dem Vorwand die politische Stabilität wieder herzustellen, mit dem Hintergedanken deutschen Einfluss aus der Karibik fernzuhalten, blieb ebenso erfolglos wie alle weiteren Versuche der Reform.

 

Schon vor dem Beben gehörte das Land zu den ärmsten der Welt. Hunger und schlechte medizinische Versorgung gehörte zum Standart, wurde aber durch das schwere Beben zweifelsohne noch weiter verschlimmert und das schwache Gerüst des Staates schwer erschüttert.

 

Die einfachste und naheliegenste Möglichkeit des Menschen ist es, wenn ein Land von Krisen, Kriegen und Katastrophen gebeutelt wird, dieses zu verlassen. Die Völkerwanderung in Europa ist hier wohl nur eines der bekanntesten Beispiele.

Jedoch ist die Situation im Fall von Haiti nicht so einfach, denn von einer Insel zu fliehen erweist sich meist als schwierig, setzt Technologie und zumindest einen minimalen Wohlstand voraus. Der dominikanische Nachbar macht die Grenzen dicht und auf der Welt ist wohl schlicht und einfach nicht genügend Platz für alle 9 Millionen Einwohner.

 

So bleibt die Frage ob Haiti sich in die Reihe der Untergegangenen Kulturen, mit dem mythologischen Atlantis, dem realen Minoern (beide auf Inseln) und den plötzlich verschwundenen Mayan stellt, was die Weltöffentlichkeit in dieser Form wohl hoffentlich nicht zulässt.

Es besteht die Hoffnung, dass es den Menschen gelingt aus der Krise eine neue Chance zu machen. Mit Millionen von Spenden und Tonnen an Hilfsgütern ihr Land neu - und vielleicht sogar besser wieder aufzubauen - oder ansonst für ewig im Elend zu versinken - viel Glück Haiti!

 

18. Januar 2010


Kommentare

avatar Jonathan
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Diese armen Leute in diesem armen Land. Die tun mir echt leid. Leben schon in Armut und dann das. Einfach schrecklich.
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