Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt hat beides nicht verdient

 - Terrorismus und der Angriff auf unsere Freiheit


Gerade wo zur Zeit die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen zum x-ten mal erhöht werden, Nacktscanner bald Realität sind und der "Gläserne Mensch" schon fast Wirklichkeit ist fiel mir dieses Zitat von Benjamin Franklin (im Titel verkürzt zitiert) wieder ein:


"Diejenigen, die für ein wenig vorrübergehende Sicherheit grundlegende Freiheiten aufgeben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit."


(Im englischen Original: "Those who would give up essential Liberty to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.").


Denn in letzter Zeit wird mir - auch durch diesen bedeutenden Satz - immer wieder deutlich, wie sehr doch jeder Terroranschlag, ob erfolgreich oder nicht, ein Sieg für dessen Verursacher ist. Jeder Anschlag, jede explodierte Bombe, jede Sicherheitslücke beschränkt die Menschen - sei es in Amerika, Europa oder irgendwo anders auf der Welt - immer mehr in wohl einem der wichtigsten Rechte überhaupt - der Freiheit.


Westen - Freiheit für Leben


Sicherheitsvorkehrungen werden stets verschärft, selten gelockert, Überwachungskameras, Leibesvisite und wohl bald auch Nacktfotos auf den Bildschirmen am Flughafen, fragt man Menschen heißt es meist "Es geht ja um unsere Sicherheit". Wie weit soll das gehen? Jeder Mensch mit Sender im Leib, Kameras am Kopf und Chip im Hirn?


Hunderttausende von Menschen werden kontrolliert, überwacht so gut es geht, nur um eine kleine Gruppe davon abzuhalten unser Leben zu gefährden? Wenn wir uns an die Geschwindigkeitsgrenzen halten sollen und nur nüchtern fahren, dann ist das ja immer "Unsere Sache", "Unsere Freiheit", und das Anschnallen ist schon ein Verlust der Freiheit, aber Nacktscanner, Leibesvistien und permanente Videoüberwachung sind in Ordnung.


Stellt sich die Frage wodurch mehr Menschen sterben? Terrorismus oder überhöhte Geschwindigkeit?


Iran - Leben für Freiheit


Während wir Stück für Stück unsere Freiheit aufgeben, uns von Terroristen und Politikern, wobei letztere wohl genau so handeln wie es erstere eigentlich beabsichtigen, in unseren grundlegendsten Rechten beschneiden lassen, kämpfen andernorts Menschen unter Einsatz ihres Lebens um die Freiheit. Wir akzeptieren polizeilichen Zugriff auf unsere Computer, Auslese von Mails und anderen Nachrichten, in manchen Teilen der Welt angeblich sogar Telefonüberwachung (einmal "Bombe" sagen und man ist zu dritt in der Leitung) doch im Iran - ja im "rückständigen" Iran - gehen die Menschen auf die Straße, lassen sich einsperren, foltern und sogar töten aber geben dennoch nicht nach um diese Freiheiten zu erlangen, die wir im Begriff sind zu verlieren.


Ein totaler Überwachungsstaat unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung sollte wohl die neue Alptraumvision der Zukunft sein. Denn wenn wir nicht aufhören unsere Freiheit für 100% aufzugeben nur um nicht zu 0,01 % bei einem Terroranschlag getötet zu werden, könnte diese Vision Wirklichkeit werden.


Im Iran geben die Menschen ihre Sicherheit auf, um ihre Freiheit zu erlangen wir geben all unsere Freiheiten auf, nur um ein bisschen Sicherheit zu erlangen, man sollte sich fragen, was besser ist. Für mich hat Franklin die Antwort gegeben, die westliche an sich Welt wird sie wohl selbst finden müssen. So trifft wohl leider auch das Zitat zu immer wieder zu "Die Geschichte wiederhohlt sich, weil keiner beim ersten Mal zugehört hat."


4. Januar 2010


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