Zwang zur Ehe, Zwang zum Kind - Focus.de

 

Auf Focus.de habe ich heute einen Interessanten Artikel gefunden, der sehr passend zur "Kinder-Krise" unserer Tage passt. Immer wieder werden Pläne auf den Tisch gelegt, Gesetzte verabschiedet und Anreize gebracht, dem Staat wieder Kinder zu schenken. Denn die Überalterung unserer Gesellschaft und die niedrigen Geburtenraten setzten der westlichen Welt zu.

In diesem Artikel von Focus.de wird allerdings beleuchtet, dass dieses Problem gar nicht so neu ist. Schon im alten Rom hatte man unter Kaiser Augustus mit den selben Problemen zu kämpfen, auch wenn seine Methoden rabiater waren, ist es tröstend zu wissen, dass diese Problem nicht von der Zeit, sondern von der Gesellschaft ausgeht.

 

Hier ein Auszug daraus:

 

"In schöner Regelmäßigkeit wird in Deutschland über den demografischen Wandel geklagt. Wenn viel weniger Kinder geboren werden, als es ältere Menschen gibt, so wirbelt dies das gesamte gesellschaftliche Gefüge durcheinander: Die Sozialsysteme sind gefährdet, in manchen Orten werden bald nur noch Rentner leben, die Schule und der Kindergarten dagegen schließen. Die Politik will Anreize geben, damit sich wieder mehr junge Menschen für Kinder entscheiden: Es gibt das Elterngeld, manche Kommunen und Bundesländer setzen auf kostenlose Kindergartenbetreuung – und wer mehr Kindergeld verspricht, kann sich der Sympathiepunkte beim Volk sicher sein. 

Kinderlosigkeit ist aber beileibe kein Phänomen der Moderne, in der Frauen lieber Karriere machen als Heim, Herd und Wiege zu hüten, wie konservative Kritiker gerne glauben machen wollen. Über zu wenig Kinder im Staat klagte schon der römische Kaiser Augustus. Außerdem lebte sein Volk seiner Meinung nach zu liederlich.

[...]

Und er erließ strenge Gesetze, damit sich die Menschen wieder mehr der Familienbildung widmeten als dem ausschweifenden Leben. Vor 2000 Jahren trat in Rom die Lex Papia Poppaea in Kraft; das Gesetz besagte nichts anderes als den Zwang zum Kinderkriegen: Wer als Frau zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr und als Mann zwischen dem 25. und 60. Lebensjahr nicht mindestens drei Kinder hatte, der verlor die Hälfte seines Erbanspruchs. Wer allerdings der Pflicht, dem Staat Kinder zu schenken, brav nachkam, durfte mit Privilegien rechnen. Das Gesetz verdankt seinen Namen übrigens den beiden Konsuln M. Papius Mutilus und Q. Poppaeus Secundus, die allerdings keine Vorbilder hinsichtlich der Rechtsnorm waren: Beide waren nicht verheiratet und hatten auch keine Kinder, entsprachen also in keiner Weise dem von August postulierten Ideal des Familienvaters[...]"

> Artikel lesen (auf Focus.de)

 

26. September 2009

 

 


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