Tutanchamun - Krankheit und Inzest?


Heute ging eine Reihe von Theorien durch die Medien, die von scheinbar neuen Erkenntnissen über die Jahrtausende alte Mumie des Tutanchamuns berichten.

Von einer Knochenkrankheit, Malaria und Inzest ist nach einem "Vaterschaftstest" an den Mumien die Rede. Internationale Forscher aus Ägypten, Italien und Deutschland, darunter der, in der Fachwelt zwar populäre, aber nicht unumstrittene Chefarchäologe Ägyptens Zahi Hawass, präsentierten vor kurzem die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.


An insgesamt 16 Mumien führten die Forschern in den Jahren 2007-2009 umfangreiche genetische Untersuchungen durch und fanden dabei, nach eigenen Angaben, sowohl Tutanchamuns Vater, als auch seine Mutter. Doch selbst wenn die Testergebnisse richtig sind, was von einigen Forschern stark bezweifelt wird, stellt sich das Problem, dass kaum eine Mumie mit 100%iger Sicherheit zu identifizieren ist.Für Zahi Hawass steht jedoch fest, dass es sich bei dem Vater um Echnaton und bei der Mutter um dessen Schwester handeln dürfte. Inzest sei im alt ägyptischen Reich, gerade als Gottkönig, durchaus denkbar gewesen so Hawass. Für ihn erklärt sich daraus auch eine Knochenerkrankung des Pharaos und das Ausbleiben von Nachkommen.


Doch auch wenn es gleichzeitig von der Kleinen Zeitung, dem Focus und dem Standard angepriesen wird, "gelöst" sind die Rätsel um Tutanchamun noch lange nicht. Die DNA-Analyse an jahrtausendalten Genmaterial ist heftig umstritten, die Einbalsamierer der Mumien hinterließen demnach ihre genetischen Spuren, Röntgenuntersuchungen zerstörten Teile der DNA. Selbst heute, bei lebenden Menschen und guten Proben, gibt es keinen 100%igen Vaterschaftstest, geschweige denn bei schwergezeichneten, uralten Mumien deren Namen nicht einmal mit Sicherheit feststehen - kein Grund also seine Skepsis über Bord zu werfen.


Focus.de

Standard.de


18. Februar 2010


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