Indianer doch nicht vom "Aussterben" bedroht?

 Sitting Bull, Häuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux

Ich weis nicht, ob dieses Zahlenspiel über das ich heute zufällig gestolpert bin, auch für andere ähnlich Überraschend ist wie für mich. Ich ging auf jeden Fall bisher von folgendem Bild der Indianer in der Geschichte aus:

 

Die Indianer kamen über eine Landbrücke von Asien nach Amerika, besiedelten, immer den Herden folgend, Nord- und Südamerika. Lebten dort (einigermaßen) glücklich und zufrieden bis die Europäer kamen. Danach wurden sie durch Kriege, Seuchen und Mangel an Lebensraum stark bedrängt und heute leben nur noch einige wenige Indianer.

 

Doch ich habe mich scheinbar getäuscht, wie mir ein paar Zeilen heute vor Augen hielten:

 

 In einem (englischen) Text mit dem Titel "Immigration to America" von Maura Christopher stand:

 

"...about one million Native Americans lived in the area that later became the United States. Today, there are about 1,4 million Native Americans in the United States (0,6 percent of the total population)..."

 

zu Deutsch (frei übersetzt)

"...ungefähr eine Million Indianer lebten (1492) in dem Gebiet das später die Vereinigten Staaten (USA) bildete. Heute gibt es ungefähr 1,4 Millionen Indianer in den Vereinigten Staaten (0,6 Prozent der Bevölkerung) "

 

Das bedeutet, dass die Anzahl der Indianer in den Vereinigten Staaten von der Landung des Christoph Columbus bis Heute um 0,4 Millionen angestiegen ist. Das würde einem Bevölkerungswachstum von rund 50% gleichkommen. Natürlich sind nur wenige der heutigen nachkommen "echte" Indianer, dennoch verwundert es mich. Gerade wenn man Zahlen im Hinterkopf hat, dass vermutlich rund 90% (Wikipedia) der Indianer Nordamerikas Seuchen zum Opfer gefallen sein sollen und dann noch zahlreiche weitere in Indianerkriegen ihr Leben ließen.

 

Auch wenn man bedenkt, dass heute die medizinische Versorgung weit besser ist und seit der Landung Columbus 500 Jahre vergangen sind, ist es dennoch erstaunlich.

 

Wenn man nun berücksichtigt, dass heute wesentlich mehr Indianer in den Vereinigten Staaten leben als vor der Ankunft des "Weißen Mannes" kann man sich erst vorstellen wie dünn besiedelt damals Nordamerika war. Denn das bedeutet, dass heute alle "Nicht-Indianer" nur zusätzlich zur bereits vorhandenen Bevölkerung hinzu kamen.

 

Die Indiana sind also keineswegs "vom Aussterben bedroht", natürlich gibt es nur noch "Wenige" (noch weniger traditionelle) aber eigentlich sind sie nur in der enormen Masse an Einwanderern unter gegangen. Das Amerika der Indianer ist also ein abschreckendes Beispiel was eine "Überschwemmung" mit Ausländern zur Folge haben kann.

 

Man stelle sich mal vor, in Deutschland oder Österreich würde die Zahl an Inländern gleich bleiben, nur eine derartige Masse an Ausländern hinzukommen dass man denkt es gäbe fast keine mehr.

 

Na wenn das mal nicht unsere freiheitlichen "Freunde" zu hören bekommen...

 

16. September 2009

 


Kommentare

avatar Ich-weiss-alles
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Die Zahl 1 Mio beruht auf einer rassistischen Schätzung eines Möchtegern-Expert en zu Beginn des 20. Jhdts. Die Zahl wurde nur zu gerne weitegegeben, da dies den Völkermord an den Indianern deutlich herunterspielt. Andere Schätzungen gehen von mind. 20 Mio aus. Außerdem wurden viele Völker von Bakterien dahingerafft, ohne dass die Eindringlinge sie je zu Gesicht bekamen. Es gibt eine Theorie, die besagt, dass die großen Bisonherden dadurch entstanden, dass viele ackerbauende Indianer an Seuchen starben und ihre Herden nicht mehr beaufsichtigen konnten, woraufhin sie sich rasend schnell und unkontrolliert vermehrten. Bis die Weissen sie wieder niedermetzelten.

Indianer veränderten die Umwelt viel stärker als bekannt und auch viele angebliche Nomaden betrieben begrenzten Ackerbau etc. Die berühmten "Reiternomaden" unter den Indianern gab es nur während rund 150 Jahren - nachdem die Spanier die Pferde nach Amerika gebracht hatten. Die ersten Indianer kannten keine Pferde.

So siehts aus.
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