"Bier statt Brot" - Alkohol Grund für die Sesshaftigkeit?

 

Aufgrund eines 9.000 Jahre alten Knochenfundes im Süden Jordaniens, ist nun wieder die umstrittene Theorie des Evolutionsbiologen und Buchautors Josef Reichholf im Gespräch.

Die gefundenen Gebeine waren durch Sandstein blutrot gefärbt und regt die Archäologen zu Spekulationen an, ob es sich um ein religiöses Ritual handelte, oder um eine Gewalttat. Doch besonders ist an dem Fund auch, dass er aus einer Zeit des großen Umbruchs stammte.

 

Denn dass der Mensch vor rund 10.000 Jahren sesshaft wurde, findet man heute in jedem Lehrbuch und ist wissenschaftlich gesichert, doch um das "Warum?" ranken sich viele Theorien. So meint Reichholf den Grund dafür im Alkoholkonsum und der Feierfreude des Menschen gefunden zu haben. Laut seiner "Bier-statt-Brot"-Hypothese war das Klima vor 10.000 Jahren so mild, dass der Mensch auch ohne den Anbau von Getreide leben konnte.

 

Allerdings bot ein Überschuss an Getreide die Möglichkeit alkoholhaltige Getränke herzustellen, damit konnte der Besitzer rauschende Feste oder religiöse Rituale abhalten. Der Veranstalter solcher "Events" erwarb sich gesellschaftliche Einfluss und legitimierte in gewisser Weise seinen Reichtum.

 

Diese provokante These mag sehr publikumswirksam sein, doch wissenschaftlich ist sie keineswegs gesichert. Wenn auch Feste und vor allem Totenkulte eine große Bedeutung in der Gesellschaft hatten, waren sie doch eher der "Kitt" der die Menschen zusammen hielt und nicht die eigentliche Ursache für die Sesshaftigkeit.

 

16. August 2009


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