600 Jahre altes Schiffswrack (erneut) versenkt

- Hat der Standard doch noch recht?

 

Vor nicht einmal ganz einem Monat hat der Standard von der Bergung eines 600 Jahre alten Schiffswracks berichtet. Der mittelalterliche Lastkahn wurde am Grund des Bodensees im seichten Gewässer von einem Eisläufer entdeckt (History-Blog hat natürlich darüber berichtet). Zu diesen Zeitpunkt machten sich noch viele über die unglückliche Formulierung in dem Bericht lustig: 

 

"Ein vor über 600 Jahren gesunkenes Schiffswrack haben Archäologen im Bodensee vor der Insel Reichenau entdeckt."

 

lautete es in dem Text. Natürlich war vor über 600 Jahren kein Schiffswrack gesunken, sondern ein Lastschiff (oder hat schon mal jemand ein Wrack versenkt?). Spät aber doch lässt sich diese Formulierung beinahe als Prophezeiung deuten. Denn heute titelte der Blog von Tribur.de "Bodenseewrack wird wieder versenkt", ich dachte mich tritt ein Pferd.

 

Was erst nach einem schlechten Scherz klang stellte sich als Wahrheit heraus:

Die Konservierung des gefundenen Wracks war zu aufwendig und kostspielig, aus diesem Grund versenkte man es wieder, diesmal an einer tieferen Stelle. Die offizielle Begründung dafür lautet wie folgt "In diesem Fall handelt es sich um eine Sofortmassnahme – das Wrack wurde durch Erosion stark beeinträchtigt. Es wird durch die Verlagerung geschützt, sodass es später konserviert werden könnte" so die Thurgauerzeitung auf die sich Tribur.de beruft.

 

Fakt ist also, die Konservierung ist zu teuer und langwierig und soll (vielleicht) später wieder fortgesetzt werden, bis dahin ruhen die Holzteile wieder auf dem Grund des Sees, man hofft jedoch auf bedeutendere Funde. So hatte der Standard also doch noch recht und wenn man die Trümmer eines Tages wieder bergen sollte wäre die exakte Formulierung tatsächlich die "Bergung eines versenkten Wracks" - da soll noch einmal jemand sagen, es gibt heute keine Orakel mehr.

 

Links

 

Der "prophetische Bericht" auf Standard.at

Die Meldung von Tribur.de zum Thema der "Wiederversenkung"

Der Fall in der Thurgauerzeitung

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