Römischer Schiffsfriedhof entdeckt


In 100 Meter tiefe fand ein Team aus Aurora-Archäologen, nahe dem Inselchen Ventotene an der Küste Kampaniens fünf römische Schiffswracks.

Das Inselchen liegt auf halben Weg zwischen Rom und Neapel und hat in der Geschichte als "Insel der verbannten Frauen" zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Schon Kaiser Augustus diente sie, um seine Tochter Julia loszuwerden und auch andere adelige Frauen wurden bereits auf die vulkanische Insel verbannt.

 

Der Holzrumpf der fünf Schiffe ist nach 2000 Jahren zwar bereits zerfallen, allerdings ist die Ladung noch gut und zahlreich erhalten. Taucher fanden römische Amphoren die vermutlich italienischen Wein enthielten aber auch Importwaren aus Roms Kolonien.

Zum Beispiel fand man eine aus Fisch hergestellte Würzsauce aus Nordafrika und Spanien. Diese Würzsauce wurde "Garum" genannt und war das Standardgewürz in der römischen Küche. Es bestand aus verschiedenen Fischen die, inklusive ihrer Eingeweide, tagelang der Sonne ausgesetzt wurden.

Aber auch Küchenutensilien (wie diesen Mörser) und Metallbarren die vermutlich zur Herstellung von Statuen und Waffen gedacht waren, wurden von den Forschern gefunden..

 

 

Die kleine Flotte war vermutlich auf dem Tyrrhenischen Meer in einen Sturm geraten und hatte auf der Suche nach einem sicheren Hafen, Kurs auf die kleine Insel gehalten. Für die heutige Forschung erweist es sich als ein Glücksfall, dass diese den Hafen nie erreicht haben.

Interessant sind vor allem die Rückschlüsse auf die römische Ökonomie, so der leitende Aurora-Archäologe Timmy Gambin.

Am Beginn seiner Herrschaft, versorgte Rom seine Kolonien noch vermehrt mit italienischen Waren. Später nahm der Import stark zu und Rom wurde zusehends abhängig von seinen Kolonien. So sollte zum Beispiel die Provinz Afrika, als Kornkammer Roms eine wesentliche Rolle in der Versorgung der Stadt spielen.

Besorgt zeigt sich Timmy Gambin trotz diesem großen Fund: Er befürchtet eine Ausbeutung der Fundstücke durch Schatzsucher, es ist "Ein Rennen gegen die Zeit" so der Archäologe.

 

26. Juli 2009

 


 

 


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