Mussolini App - Faschismus am iPhone?

 

Wie das Online Magazin welt.de heute berichtet hat, erfreut sich derzeit eine iPhone Applikation in Italien, besonderer Beliebtheit. "iMusolini" nennt sich der neue Hit im Apple Store, der täglich mehr als 1.000 mal herunter geladen wird und damit die beliebteste Anwendung Italiens ist.

 

Sein 25 Jähriger Schöpfer der mit dem, 75 Cent teuren, erst vor wenigen Tagen entwickelten Programm, bereits schön verdient hat, spricht von "Aufklärung". Dennoch kommt vielerorts Zweifel auf, wie die hohe Nachfrage nach dem App zu verstehen ist, so lautet es im Artikel von welt.de:

 

""iMussolini" sei demnach zurzeit die beliebteste iPhone-Anwendung Italiens. Ein bemerkenswertes Phänomen, wenn man sich überlegt, wer die Nutzer des iPhones sind, sagen Kritiker: nicht Nostalgiker, sondern die junge Generation.

"iMussolini" verunsichert die Feuilletons: Steht hinter den Käufern von "iMussolini" nur eine pubertäre Lust an der Provokation? Meinen die Käufer es ernst oder machen sie sich einen Spaß? Und steht das "i" nicht nur für technische Raffinesse, sondern auch dafür, dass die Botschaft Mussolinis aktuell ist? Oder entlarvt eben dieses "i" das Ganze als ironische Vergangenheitsbewältigung?

"iMussolini"-Erfinder Luigi Marino, der an seinem Programm gut verdient, versteht sein Programm als praktisches Informationsportal; er bündle doch nur, was sich ohnehin im Internet finden ließe. Doch die Auswahl der Reden und Dokumente und deren fehlende historische Einordnung lassen doch erhebliche Zweifel daran, dass das iPhone 65 Jahre nach dem Ende des Faschismus dazu geeignet ist, aufklärend zu wirken."


Zweifelhaft also wie die Nachfrage nach diesem App, dass nur aus Reden und Bildern Mussolinis besteht, zu interpretieren ist.

 

Ich denke nicht dass es Zeichen für einen aufblühenden Faschismus in Italien ist, vermutlich ist es nur eine Provokation der Jugend, die Lust am Verbotenen und die "Was ist denn das?"-Reaktion so mancher iPhone Benutzer.

 

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der Artikel auf Welt.de

 

29. Januar 2010

 


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