Wo wurde Jesus geboren? - Verwirrungen der Bibel

 

Auf der Website Welt.de erschien vor kurzem ein interessanter Aritkel passend zum Thema Weihnachten:

 

Mit der scheinbar einfachen Frage "Nazareth oder Bethlehem - Wo wurde Jesus denn nun geboren?" betitelt, widmet er sich verschiedenen biblischen Erzählungen und ihren Widersprüchen. So lässt sich die Einleitende Frage nicht eindeutig beantworten:

 

Im Prospekt eines deutschen Touristikunternehmens für Bildungsbürger wurde bei der Beschreibung einer Reise durchs Heilige Land auch ein Besuch in "Nazareth, dem Geburtsort Jesu" angekündigt. Es hagelte Protestbriefe. Schließlich wisse jeder, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde. Ja, das weiß jeder.

Und doch kam Marias Sohn wahrscheinlich in Nazareth zur Welt. Die Verlagerung seines Geburtsortes aus Galiläa ins jüdische Herzland ist nur eine von vielen Legenden, die von der Nachwelt um die Weihnachtsgeschichte gewoben wurde. Denn sie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

 

Auch die so gerne erzählte Weihnachtsgeschichte mit Hirten, drei Königen, Ochse und Esel stammt nicht wirklich aus der Bibel, sondern besteht aus einer Kombination verschiedener Überlieferungen. Bei kaum einer Erzählung sind sich die Evangelisten einig, die heutige Sicht auf Weihnachten ist somit nicht 2.000 Jahre alt, sondern hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Gerade im Mittelalter kursierten zahlreiche andere Erzählungen, besonders interessant ist auch die Version des Islams (in dem ja Jesus immerhin ein Prophet ist):

 

So tilgt der Koran alle Hinweise auf konkrete Orte und Zeiten. Alles spielt in einem mythischen Nirgendwo. In Sure 19 verkündet ein "Gesandter" Allahs der Jungfrau Maria die Geburt eines Sohns. Sie fragt, wie die biblische Maria: "Wie soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührt hat und ich nicht unkeusch gewesen bin?"

Der Gesandte bürstet die Frage ab. "Das ist Uns ein Leichtes". Maria zieht sich zurück: "Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Palme. Sie sprach: 'O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!'" Mit dem Kind kehrt sie "zu ihrem Volke" zurück, wo man ihr Vorwürfe macht, sie habe Schande über die Sippe gebracht.

Maria aber deutet auf das Neugeborene. Die Leute sagen: "Wie sollen wir zu einem reden, der ein Kind in der Wiege ist?" Jesus antwortet. "Ich bin ein Diener Allahs, Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht." Das Zweideutige, ja Ärgerliche der Evangelien ist in der Tat mit diesem Wunder getilgt - doch mit dem Ärgernis auch der Zauber.

 

Dennoch lässt sich der Autor des Artikels nicht dazu verleiten, all diese verschiedenen und widersprüchlichen Erzählungen als nichtig und unbedeutend abzustempeln. So endet dieser mit dem schönen Schluss:

 

Wen stört das? Der Versuch, Wahrheit und Legende, Geschichten und Geschichtsschreibung auseinanderzuklauben, muss scheitern. Man sollte die Fülle der Geschichten genießen, die aus der dürren Nachricht einer umstrittenen Geburt in einem galiläischen Nest einen farbenfrohen Roman machen. Und gerade vor Weihnachten fünf gerade sein lassen.

 

 Der gesamte Artikel auf Welt.de

 

18. Dezember 2009

 


Kommentare

Please login to post comments or replies.