Ein Musiker im Krieg

- Eine Anekdote aus "Friedrich der Große und seine Armee"

 

Heute bin ich beim Lesen des Buches "Friedrich der Große und seine Armee" auf eine dieser Anekdoten gestoßen, die einen wirklich schmunzeln lassen. Jetzt, nachdem ich 200 Seiten gelesen habe, kann ich es nach wie vor wärmstens empfehlen, dennoch möchte ich euch diese kleine Geschichte als Kostprobe nicht vorenthalten, die gerade mich als Musiker (ich spiele Klarinette, die ja auch schon bei den Preußen im Einsatz war) besonders amüsiert hat. Ob sie natürlich wahr ist oder nicht sei dahin gestellt, es erscheint aber nicht ganz unmöglich, das etwas in dieser Art geschehen ist:

 

Im Einsatz hatten sich die Bläser hinter den Kompaniefahnen einzuordnen, deren Platz zwischen dem vierten und fünften Zug des Batallions war. Sobald die Artillerie und die Handfeuerwaffen beider Seiten zu schießen anhoben, wurde bei den Musikanten jedoch das Pflichtbewusstsein durch den Selbsterhaltungstrieb verdrängt. Prittwitz machte die Beobachtung, wie schon gleich zu Beginn der Schlacht von Zorndorf die "Hautboisten" seines Batalllions sich verdrückten. Er verglich sie mit dem Kommen und Gehen der Schwalben: "die ab- und zuziehenden Schwalben, die im Herbst bei angehender rauher Witterung verschwinden und im Frühjahr wohlbehalten wieder erscheinen, ohne dass man in Erfahrung bringt, in welchem Winkel der Erde sie sich in diesem Zwischenraum aufgehalten und geborgen haben".

 

(und jetzt kommt esWinken)

 

Bei dem Rückzug von Kunersdorf war einer der "Hauboisten" so unvorsichtig, sich im Freien von einem Kosak erwischen zu lassen, der ihn über eine Wiese gejagt hatte. Friedrich lenkte die Aufmerksamkeit seines Stabes auf diesen seltenen Vorfall und bemerkte: "Mich soll doch wundern, ob Apoll und die Muse der Tonkunst ihren Zögling retten werden".

Im letzten Augenblick und in letzer Not wendete sich der Musiker und hielt dem Kosak den riesigen Trichter seines Fagotts entgegen, der daraufhin auch prompt die Flucht ergriff.

 Duffy, Christopher: Friedrich der Große und seine Armee. Seite 208 f.
 
 
9. Dezember 2009

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