Die Schlacht bei Lützen

 

Gustav Adolfs Tod in der Schlacht von Lützen

Gustav II. Adolf von Schweden war 1630 aufgebrochen, um einer Bedrohung durch Wallenstein zuvorzukommen. Die Schweden befürchteten, Wallenstein könnte Stralsund (an der Norddeutschen Küste, im heutigen Mecklenburg-Vorpommern) einnehmen und mit Hilfe von Freibeutern die Ostsee kontrollieren oder sogar Schweden bedrohen.

 

 Die beiden Heere

 

Auch wenn dieses Heer, mit dem Gustav Adolf loszog, noch neu und unerfahren war, so hatte es dennoch einige technologische Erneuerungen zu bieten. Die Schweden verwendeten leichtere, beweglichere Artillerie nach niederländischen Vorbild, kürzten die Pike, verwendeten leichtere Musketen und reduzierten die Panzerung der Kavallerie. Ebenso wurde der Tross auf ein absolutes Minimum reduziert, wodurch die Beweglichkeit und Marschgeschwindigkeit erhöht wurde.

 

Kurz vor Gustav II. Adolfs Zug war Wallenstein entlassen worden, so traf Gustav Adolf nach seiner Landung auf ein kaiserliches Heer unter der Führung des Feldmarschall Tillys, es gelang ihm jedoch dieses Heer bei Breitenfeld, durch die erhöhte Mobilität der Schweden und die höhere Feuerrate seiner Artillerie zu schlagen. Daraufhin sah sich der Kaiser gezwungen, Wallenstein zurückzurufen, denn er galt als der einzige Befehlshaber, der willig und fähig war, die Schweden zu besiegen.

 

Da die Felder nach 15 Kriegsjahren verwüstet waren, war Gustav Adolf gezwungen, eine Vernichtungsschlacht herbeizuführen: Er vereinte sein Heer mit den verbündeten Sachsen und griff die kaiserlichen Truppen bei Lützen an.

 

Wallenstein hatte jedoch aus dem Desaster bei Breitenfeld gelernt, er verwendete nun auch leichte Artillerie, die Kavallerie ahmte Taktik und Ausrüstung der Schweden nach und auch die Infanterie bewegte sich in flacheren, wendigeren Formationen. Wallenstein blieb von Anfang an in der Defensive, er ließ Lützen anzünden um sich einen Sichtschutz zu verschaffen und das Verschanzen von Feinden in den Häusern zu verhindern.

 

 Die Schlacht

 

Unter diesen Bedingungen kam es zur Schlacht, die Schweden gingen zum Angriff über. Der Vorstoß links und im Zentrum der Schweden kam, durch geschickt koordiniertes Artillerie- und Musketenfeuer zum erliegen. Nur an der rechten Flanke gelang es den Schweden zu einem hohen Preis, die kaiserlichen Musketiere aus den Schützengräben zu vertreiben, die Straße zu überwinden und die nördlichen Batterien auszuschalten.die Schlacht von Lützen - Parragon Verlag
Doch durch das Eintreffen Pappenheims, zur Verstärkung Wallensteins, gelang es den Kaiserlichen, die Schweden an der linken Flanke wieder zurückzudrängen. Es kam zu eine mörderischen Gemetzel, das auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderte. In diesen Kämpfen fiel auch Gustav II. Adolf, der mit seiner Smaland Kavallerie die bedrängten Truppen im Norden unterstützen wollte. Doch Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar gelang es die Ordnung zu halten und die Schweden, die den  verstümmelten Leichnam ihres heldenhaften Königs fanden, zu einer zornerfüllten Attacke gegen den taktisch bedeutenden Windmühlenhügel zu führen.
Unter enormen Verlusten gelang es den Schweden die Schützengräben zu überwinden, die verbleibenden 13 Geschütze Wallensteins auszuschalten und nach zweistündigem Kampf, die Flagge auf dem Hügel zu hissen, die Schlacht war gewonnen.

 

Wallenstein hätte an diesem Punkt der Schlacht noch weiter kämpfen können, doch seine Truppen waren erschöpft und von den gewaltigen Verlusten, zu denen auch Wallensteins Sohn Bertold zählte, demoralisiert, sodass er die Schlacht verloren gab.

 

Dieser knappe Sieg der Schweden blieb allerdings ohne größere Folgen. Wallenstein wurde nur zwei Jahre später ermordet und Bernhard wurde von den Spaniern und Kaiserlichen besiegt. Der 30 jährige Krieg zog sich trotz der einsetzenden Erschöpfung noch bis 1648 hin, als am 24. Oktober endlich der Westfälische Friede geschlossen wurde.

 

Schlachten-Grafik von Parragon Verlag
Inhaltliche Hauptquelle: Schlachten von Christa Jörgensen


17. Mai 2009

Kommentare

avatar king
+3
 
 
Echt tolle Seite! Interessant und übersichtlich!
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